netzeitung.deBerlin unterstützt Frankreichs IWF-Kandidaten

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Jean Lemierre (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jean Lemierre
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Willen Frankreichs soll der aktuelle Osteuropabank-Chef Lemierre neuer IWF-Chef werden. Das will Kanzler Schröder laut einem Pressebericht unterstützen - wenn dafür ein Deutscher Lemierres jetzigen Posten bekommt.

Deutschland und Frankreich haben sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zufolge auf einen Kandidaten für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. Wie das Magazin am Samstag vorab berichtete, setzt sich die Bundesregierung wie die französische Regierung für den bisherigen Leiter der Osteuropabank, Jean Lemierre, ein.

Das Bundeskanzleramt habe dem französischen Präsidenten Jacques Chirac angekündigt, Deutschland werde den Franzosen unterstützen, zitierte der «Spiegel» Berliner Regierungskreise. Im Gegenzug wolle Schröder einen Deutschen an die Spitze der Osteuropabank entsenden. Zudem verlange er von Frankreich Unterstützung für einen deutschen Kandidaten für das Amt des Supervize in der nächsten EU-Kommission. Dieser solle zuständig sein für Wirtschaft, Wettbewerb und Industrie.

Rato offenbar ohne Chance
Die vor zwei Wochen abgewählte spanische Regierung unter Jose Maria Aznar hatte sich für ihren Finanzminister Rodrigo Rato als neuen IWF-Chef stark gemacht, doch dieser hat Medienberichten zufolge kaum noch Chancen, neuer IWF-Chef zu werden. Die Entscheidung über den europäischen Kandidaten soll beim Treffen der EU-Finanzminister Anfang April in Irland fallen.

Der bisherige IWF-Chef Horst Köhler hatte sein Amt aufgegeben, nachdem ihn CDU, CSU und FDP als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten aufgestellt hatten. Der IWF-Chefposten wird traditionell mit einem Europäer besetzt, während die USA den Präsidenten der Weltbank stellen. (nz)