Stoiber schließt sich scharfer Kritik an Anzeigenkampagne zu Subventionen an
Der Streit zwischen Landwirten und INSM war durch eine am Mittwoch in mehreren überregionalen Tageszeitungen erschienene Anzeige ausgelöst worden. Darin behauptet die Initiative: «Agrarsubventionen kosten uns ein Schweinegeld». Im Bild ist der Kopf eines Spanferkels, garniert mit Obst, zu sehen. Im Maul stecken 500-Euro-Scheine.
Der DBV wies die Anzeige in einer Stellungnahme am Freitag nochmals zurück: Die Subventionen für die Landwirtschaft machten 2003 nur sieben Prozent der insgesamt gezahlten staatlichen Beihilfen aus, teilte der Bauernverband mit. «Die gewerbliche Wirtschaft ist dagegen mittlerweile mit 49 Prozent der Finanzhilfen und Steuervergünstigungen des Bundes der bedeutendste Subventionsempfänger in Deutschland.»
Zusätzlich zum sozialen Ausgleich seien die staatlichen Beihilfen für Landwirte vielmehr «dauerhafte und verlässliche Zahlungen für die Landschaftspflege und die Erhaltung unserer vielseitigen Kulturlandschaft». Das gehe aus einem von Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) ausgearbeitetem Gesetz hervor. Neben Glos und Stoiber, die sich aus der Initiative zurückzogen, habe auch Bundesministerin Künast Kritik an der Anzeige geübt, teilte der Bauernverband weiter mit.
Auch die Behauptung des DBV, es gebe eine «acht Millionen Euro teure Anzeigenkampagne», sei falsch und habe «mit den tatsächlichen Anzeigenetats der INSM nicht das Geringste zu tun». Eine solche Kampagne zur Landwirtschaft «war und ist zu keiner Zeit geplant», stellte die INSM klar. Die genannte Summe mache im Übrigen «fast den gesamten Jahresetat der Initiative» aus. Die INSM verwies zudem darauf, dass sie «in früheren Anzeigen» bereits «Kritik an der Subventionierung der Steinkohle, der Wohnungsbaus und anderer Branchen geübt» habe.
Der Subventionsabbau scheitere aber am «politischen Willen». Deshalb werde die Initiative, die sich als «überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland» bezeichnet, «weiter für eine allgemeine Streichung von Subventionen und eine radikale Steuervereinfachung kämpfen», betonte Enzweiler. (nz)

