netzeitung.deVerdi übt scharfe Kritik an Discountern

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Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen die deutschen Discountketten Aldi, Lidl und Schlecker: In vielen Filialen herrschten schlechte Arbeitsbedingungen und ein «Klima der Angst und Einschüchterung».

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat an Aldi-Süd, Lidl und Schlecker harte Kritik geübt. Gewerkschaftschef Frank Bsirske verwies am Montag in Frankfurt am Main auf extrem schlechte Arbeitsbedingungen in Tausenden von Filialen. Die Mitarbeiter stünden unter einem enormen Druck. Auch bei der Bildung von Betriebsräten komme es zu massiven Behinderungen, außerdem würden Tarifverträge und Arbeitnehmerschutzgesetze gezielt missachtet und Überstunden oft nicht bezahlt.
Klima der Angst als Geschäftsmodell
«Drohungen sind keine Einzelfälle, ein Klima der Angst und Einschüchterung ist Geschäftsmodell», sagte Bsirske. Vor allem Frauen litten unter den schlechten Arbeitsbedingungen und niedriger Bezahlung. Insgesamt arbeiteten rund 100.000 weibliche Beschäftigte in den Filialen der Discounter. Besonderer Druck laste auf Schwangeren und Kranken, hieß es weiter.
Zustände wie im 19. Jahrhundert
Für den Zustand in den Filialen fand Bsirske drastische Worte: Die «Interessenvertretung werde wie im 19. Jahrhundert unterdrückt». Bei Schlecker würden Betriebsräte meist nur auf Bezirksebene zugelassen, während Lidl Betriebsräte überhaupt nicht zulasse. Auch bei Aldi-Süd sei es nicht viel besser: Beschäftigte, die sich für die Bildung eines Betriebsrates einsetzten, drohe die Entlassung. (nz)