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Schwere Schlappe für Disney-Chef Eisner

03. Mrz 2004 22:19, ergänzt 04. Mrz 2004 11:06
Michael Eisner auf der Hauptversammlung
Disney-Chef Eisner hat sein Amt an der Spitze des Verwaltungsrates abgegeben, nach dem ihm mindestens 43 Prozent der Aktionäre das Vertrauen entzogen hatten. Als Vorstandschef wurde Eisner vom Board indes bestätigt.

Der Chef des Unterhaltungskonzerns Disney, Michael Eisner, hat auf der Hauptversammlung des Konzerns eine schwere Niederlage hinnehmen müssen: Nach bisheriger Auszählung stimmten 43 Prozent der Aktionäre des Medienkonzerns gegen eine Verlängerung seiner Amtszeit an der Spitze des Verwaltungsrats, wie das Unternehmen am Mittwoch nach Ende seiner Hauptversammlung in Philadelphia mitteilte. Die Führung des Verwaltungsrates übernimmt der ehemalige US-Senator George Mitchtell, der als Einer-Vertrauter gilt. Auch er hatte bei der Abstimmung fast ein Viertel der Stimmen der Aktionäre gegen sich.

Gleichzeitig hatte sich der Verwaltungsrat für Eisner als Chief Executive Officer (CEO), also als Vorstandschef des Konzerns ausgesprochen. «Wir glauben, dass die heutige Entscheidung langfristig auch die beste für die Aktionäre ist», teilte das auch Board gennante Gremium mit.

Eisner verteidigt sich

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Der Konzernchef wird von vielen Aktionären für die zuletzt eher bescheidene Geschäftsbilanz verantwortlich gemacht. Eisner ist seit zehn Jahren in Personalunion Konzernchef und Verwaltungsratspräsident von Walt Disney. Auf der Hauptversammlung verteidigte er sich vor dem Votum gegen die jüngsten Vorwürfe. Er und der Vorstand stünden voll hinter dem Unternehmen, so Eisner. Des Weiteren hob er die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung von Disney in den letzten Monaten hervor. Für das laufende Jahr rechnet Eisner weiterhin mit einem Gewinnwachstum von 30 Prozent.

Disney war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als das höchst erfolgreiche Trickstudio Pixar die Zusammenarbeit kündigte und sich der Konzern gegen ein Übernahmeangebot des US-Kabelbetreibers Comcast wehren musste. Comcast reagierte allerdings umgehend auf den Vertrauensentzug der Aktionäre für Eisner: Sie verlangten eine neuerliche Überprüfung des Übernahmeangebotes.

Seit Monaten liefert sich Eisner zudem eine Fehde mit Roy Disney und Stanley Gold, die sich im vergangenen Jahr im Streit mit Eisner aus der Führung von Disney zurückgezogen hatten. (nz)

 
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