netzeitung.deInfineon kann Chip-Nachfrage kaum befriedigen

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Infineon-Chef Ulrich Schumacher (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Infineon-Chef Ulrich Schumacher
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Verlustzeiten in der Chip-Industrie scheinen vorüber zu sein. Infineon kommt derzeit mit den Lieferung nicht hinterher.

Die Absatzkrise der Speicherindustrie hat sich in eine Lieferkrise verwandelt. Europas zweitgrößter Chiphersteller Infineon kann derzeit die Kundenwünsche nicht in vollem Umfang befriedigen. Das sagte Infineon-Chef Ulrich Schumacher in einem Gespräch mit der Finanztageszeitung «Handelsblatt» vom Freitag.

Alle Segmente des Unternehmens seien zu 100 Prozent ausgelastet, während die Nachfrage bei 110 Prozent liege. Diese Tendenz setzt sich nach Einschätzung von Schumacher fort. Die Branche kämpfe derzeit mit «massiven Unterkapazitäten», sagte der Chef der ehemaligen Siemens-Tochter dem Blatt zufolge weiter.

Preise zum Teil um 20 Prozent gestiegen
Jetzt räche sich, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren nicht gegen den Konjunkturtrend investiert hätten. Auch die Preisentwicklung verlaufe wieder positiv. Während noch im vergangenen Jahr der Wertverlust der Infineon-Halbleiterprodukte gegenüber dem Vorjahr rund 30 Prozent betragen habe, seien mittlerweile einige Preise um 20 Prozent gestiegen. «Die Zeit der Nachlässe ist vorüber», zitierte das Blatt den Münchener Firmenchef.

Der Aufwärtstrend ist nach Angaben Schumachers umso bemerkenswerter, da der Absatz von Speicherchips im ersten Quartal nach Weihnachten traditionell schwach sei. Vor dem Hintergrund voller Auftragsbücher und stabilisierter Preise sind laut Schumacher die Pläne des Vorjahres über eine Verlegung der Konzernzentrale von München ins Ausland «derzeit nicht relevant». Allerdings arbeite das Unternehmen weiterhin an dem Ziel, «die Steuerlast deutlich zu optimieren». (nz)