netzeitung.deErste brauchbare UMTS-Handys auf dem Markt

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Das UMTS-Handy von Nokia (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das UMTS-Handy von Nokia
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auch wenn die großen Netzbetreiber ihr UMTS-Netz inzwischen freigeschaltet haben, gibt es kaum verwendbare Mobiltelefone. Die wenigen angebotenen Geräte sollen aber alltagstauglich sein.

Nach Einschätzung des Fachmagazins «Connect» ist das UMTS-Handy Nokia 7600 das «bis heute beste und einzige wirklich praxistaugliche» Gerät für den Mobilfunk der dritten Generation, das in Europa erhältlich ist. Wie das Blatt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, überzeugte das Handy im Test «durch sein modisches Design und genauso einfache Bedienbarkeit» wie der Vorgänger, der unter dem aktuellen GSM-Standard arbeitet.

Die Sprech- und Stand-By-Zeiten des Nokia-Geräts glichen denen des Vorgängermodells mit altem Standard, hieß es weiter. Auch der eingebaute Browser funktioniere im UMTS-Netz genauso schnell wie beim auf GSM aufsetzenden schnellen Datentransfer über GPRS. Allerdings verfüge das Mobiltelefon über keine Möglichkeit zur Videotelefonie, bemängelten die Tester.
Keine Videotlefonie mit Nokia
Videotelefonie sei hingegen bei den beiden anderen getesteten Modellen, dem in Deutschland nicht erhältlichen A920 von Motorola sowie das mit dem U15 von Siemens
baugleiche Modell A835 des US-Herstellers möglich. Vom Motorola A920 rät «Connect» indes ab, da es über mangelnde Ausdauer und instabile Software verfüge.

Die beiden anderen, baugleichen Geräte seine hingegen «noch als alltagstauglich» zu bezeichnen, fielen aber im Gegensatz zum Nokia-Testsieger zurück.

Netze im Teil-Betrieb
Der Test macht die Probleme der Betreiber in Deutschland augenscheinlich: Nur drei Geräte sind derzeit überhaupt erhältlich, zwei davon sind baugleich. Der britische Netzbetreiber Vodafone hatte Anfang der Woche sein UMTS-Netz in Deutschland offiziell in Betrieb genommen. Telefoniert werden kann bei Vodafone über den neuen Mobilfunkstandard allerdings noch nicht: Bislang bieten die Briten lediglich einen Zugang über eine Datentransfer-Karte für Laptops. Damit ist Vodafone eigenen Angaben zufolge «der erste Netzbetreiber in Deutschland mit UMTS-Diensten für die Kunden».

Auch die Deutsche Telekom

hatte das UMTS-Netz ihrer Tochter T-Mobile Mitte Januar in Betrieb gesetzt – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein kommerzieller Start des Netzes war damit aber nicht verbunden, wie das Unternehmen betonte. Der solle erst dann erfolgen, wenn brauchbare Endgeräte hier zu Lande erhältlich seien. T-Mobile hatte betont, dass Kunden aus dem Ausland mitgebrachte UMTS-Handys selbstverständlich einsetzen könnten.
Kaum Geräte erhältlich
Die beiden Konzerne haben den tatsächlichen Marktstart für den neuen Mobilfunkstandard auf Frühjahr dieses Jahres terminiert. Er war zuvor immer wieder hinausgezögert worden, weil die Produzenten nach Ansicht der Netzbetreiber keine brauchbaren Handys liefern konnten.

Über eine UMTS-Lizenz in Deutschland verfügt auch E-Plus, die Tochter des niederländischen Telefonkonzerns KPN, sowie O2, die deutsche Tochter des britischen MMO2-Konzerns. Der Anbieter Quam, eine Tochter der finnischen Sonera und der spanischen Telefonica, hat den Aufbau eines deutschen Netzes ebenso aufgegeben wie der deutsche Mobilfunk-Wiederverkäufer Mobilcom

, der seine Lizenz inzwischen an die Regulierungsbehörde für Telekommunikations und Post (RegTP) zurückgegeben hat. (nz)