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Spediteure fordern Millionen von Toll Collect

18. Feb 2004 09:29
Der Einbau der Maut-Bordcomputer hat deutsche Spediteure Millionen von Euro gekostet. Die fordern sie jetzt von dem Betreiberkonsortium zurück.

Der Ärger um die gescheiterte Mauteinführung geht in die nächste Runde. Jetzt verlangen die deutschen Spediteure von dem Betreiberkonsortium Toll Collect ihre entstandenen Kosten für den Ein- und Ausbau der Bordcomputer zurück.

Diese beliefen sich auf insgesamt 60 bis 70 Millionen Euro, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV), Heiner Rogge, der Chemnitzer «Freien Presse» in ihrer Mittwochausgabe.

«Regierung handelte fahrlässig»

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Zugleich warf Rogge dem Bericht zufolge der Bundesregierung vor, «hochgradig fahrlässig» gehandelt zu haben. Bereits Monate vor dem geplanten Starttermin habe sein Verband davor gewarnt, dass die von Toll Collect genannten Fristen nicht einzuhalten seien. Die Bundesregierung wäre um Milliarden Euro reicher, wenn sie auf die Spediteure gehört hätte. Die hätten nicht nur das neue Maut-System realistischer eingeschätzt, sondern auch die Euro-Vignette nicht unnötig früh aufgegeben.
Hintergrund:

Der DSLV-Chef befürchtet dem Bericht zufolge, dass sich durch die Maut-Ausfälle der Ausbau des Autobahnnetzes deutlich verschieben werde. Er fordere eine technisch sichere Maut-Erhebung mit geringem Verwaltungsaufwand. Rogge halte es für «absurd», ein satellitengestütztes Maut-System einzuführen, bei dem 25 Prozent der Einnahmen für die Betriebskosten nötig seien. In der Schweiz und Österreich wären das lediglich fünf Prozent.

«Schaden für guten deutschen Ruf»

Darüber hinaus kritisierte der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), dass mit dem Scheitern der Maut-Einführung der internationale Ruf Deutschlands als Hochtechnologiestandort leiden werde. «Dieser Imageschaden für 'Made in Germany' wird nachwirken», sagte BGA-Präsident Anton Börner der «Berliner Zeitung».

Die Wiedereinführung der Euro-Vignette komme «der Bankrotterklärung eines hochentwickelten Industrielandes« gleich. Verantwortlich machte Börner dem Bericht zufolge aber nicht nur das Betreiberkonsortium sondern auch das zuständige Ressort im Verkehrsministerium, das alle Bedenken ignorierte hatte. (nz)

 
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