Personal-Service-Agentur Maatwerk ist pleite
16.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Maatwerk hatte den Angaben zufolge an 66 Standorten 200 der bundesweit 1000 PSAs betrieben und war damit der größte Partner der BA. «Das ist ein starker Rückschlag», sagte BA-Pressesprecher Paul Moser in Nürnberg. Offenbar sei die Weitervermittlung der ehemaligen Arbeitslosen aufwändiger gewesen als erwartet.
Die Personal Service Agenturen gelten als Kernstück der Hartz-Reformen: Über die von den Arbeitsämtern eingerichteten und von Fremdfirmen betriebenen Zeitarbeitsfirmen sollen Tausende Arbeitslose in Unternehmen vermittelt werden. Die Bundesregierung hofft auf den so genannten «Klebeeffekt»: Die entleihenden Firmen, so hofft die rot-grüne Koalition, sollten die Zeitarbeiter testen und anschließend übernehmen. So lasse sich der geltende Kündigungsschutz umgehen, denn bis zur Übernahme bleiben die Zeitarbeiter Angestellte der PSA.
Von Anfang an gab es aber Proteste gegen die PSA: Vor allem die Zeitarbeitsbranche beklagte Fehlsubventionen. Tatsächlich zahlen die Arbeitsämter für jeden von einer PSA übernommenen Arbeitslosen eine Prämie, die insbesondere für Bildungsmaßnahmen gedacht sind. Für die Vermittlung des Zeitarbeiters in den ersten Arbeitsmarkt wird eine weitere Prämie gezahlt. Tatsächlich, so die Kritik der herkömmlichen Zeitarbeitsfirmen, würden die Prämien aber zum Lohndumping genutzt. Viele PSAs werden außerdem Insolvenz anmelden oder Mitarbeiter wieder entlassen, sobald keine Subventionen in Form von Prämien flössen, mutmaßten Kritiker.
Er forderte, die staatliche Leiharbeit neu auszuschreiben und das Konzept komplett zu überarbeiten. Prämien sollten künftig erst dann ausgezahlt werden, wenn Arbeitslose tatsächlich einen neuen Job gefunden hätten, sagte Uhlemann. (nz)

