netzeitung.deDisney will Übernahmeangebot prüfen

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Der amerikanische Kabelnetzbetreiber Comcast hat ein feindliches Übernahmeangebot für Walt Disney vorgelegt. Comcast bietet 66 Milliarden Dollar.

Der US-Kabelbetreiber Comcast will den Disney-Konzern kaufen. Dies teilte Comcast am Mittwoch mit. Demnach bietet das Unternehmen für die Mediengruppe 66 Milliarden Dollar. In diesem Preis sind die Schulden von Disney in Höhe von 11,9 Milliarden Dollar eingerechnet. Der Disney-Vorstand reagierte zurückhaltend. Man werde das Angebot genau prüfen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Kauf soll den Angaben zufolge in Aktien bezahlt werden. Comcast bietet 0,78 eigene Aktien für jedes Disney-Papier. Die Aktionäre von Disney würden den Angaben zufolge einen Aufschlag von insgesmt fünf Milliarden Dollar bezogen auf den Schlusskurs der Disney-Papiere vom Dienstag erhalten. Am neuen Unternehmen sollen die bisherigen Disney-Aktionäre mit 42 Prozent beteiligt bleiben.

«Das ist eine einzigartige Möglichkeit für die Aktionäre von Disney und von Comcast, einen neuen Marktführer der Kommunikations- und Unterhaltungsindustrie zu schaffen», sagte Comcast-Chef Brian Roberts.

Disney will nicht fusionieren
Einer Pressemitteilung von Comcast zufolge hat es schon erste Gespräche zwischen den beiden Konzernen gegeben. Disney habe sich dabei aber gegen eine Fusion der beiden Unternehmen ausgesprochen. In einem Brief an Disney-Chef Michael Eisner bedauert Comcast-Chef Brian Roberts, dass Disney nicht zu einem Zusammenschluss bereit ist. Unter diesen Umständen gebe es für Comcast nur die Möglichkeit ein offizielles Übernahmeangebot abzugeben, heißt es in dem Brief.

Die Offerte trifft Disney in einer schwierigen Phase. Neben den Auswirkungen der Medienkrise brachten auch hausinterne Querelen den Konzern in die Schlagzeilen. Anfang Dezember verließ Roy Disney, der Enkel des Konzerngründers Walt Disney, die Firma im Streit. Seitdem versucht Roy Disney Eisner durch eine öffentlich geführte Kampagne zum Rücktritt zu zwingen. Ein schwerer Rückschlag war für Disney auch die jüngst aufgekündigte Partnerschaft mit dem Trickfilm-Studio Pixar. Disney hatte zusammen mit Pixar die Erfolgsfilme «Toy Story» und «Finding Nemo» produziert. (nz)