Stolpe hält nichts vom Toll-Collect-Angebot
09.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Vor allem die Deckelung der Schadenersatzleistungen bei weiteren Verzögerung bei der Maut-Erhebung auf 500 Millionen Euro lehnt Stolpe ab. Auch die Forderung des Maut-Konsortiums nach einer zusätzlichen Frist von einem halben Jahr, bevor der Betreibervetrag nach einem erneuten Scheitern auslaufen soll, wies der Minister zurück. Stolpe sagte dem «Tagesspiegel» (Dienstagsausgabe), er wolle ein technisch modernes und sicher funktionierendes Erfassungssystem. «Und das ganze natürlich nicht zu Bedingungen, die uns die Juristen des Konsortiums jetzt geschickt haben und die nach den Geschehnissen der letzten Monate einen Hauch von Unverschämtheit haben», sagte Stolpe.
Bereits zuvor hatten Parlamentsmitglieder kritisiert, dass die abgespeckte Version des Maut-Systems, mit dem Toll Collect zum kommenden Jahreswechsel den Maut-Einzug beginnen will, keine automatische Aktualisierung der maut-pflichtigen Strecken umfasst. Das sei angesichts einer allgemeinen Gebühr nicht rechtssicher, meinte etwa der Grünen-Verkehrsexperte Albert Schmidt.
Seit Jahresanfang entgehen dem Bund durch die Verzögerung beim Maut-Inkasso gut 180 Millionen Euro Einnahmen im Monat. Ursprünglich hatte das System bereits seit Ende August 2003 arbeiten sollen. (nz)

