netzeitung.deDisney-Fortsetzungen machen Steve Jobs krank

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Den Abbruch der Kooperationsverhandlungen zwischen Disney und Pixar hatten einige als reine Taktik abgetan. Aus weiteren Gesprächen wird aber wohl nichts: Pixar-Chef Jobs trat bei Vorlage des jüngsten Geschäftsberichts nach.

Neue Gespräche über eine Fortsetzung der Vertriebspartnerschaft zwischen dem Disney-Konzern und dem Animationsstudio Pixar wird es wohl nicht geben: Pixar-Chef und Apple-Gründer Steve Jobs teilte am Mittwoch bei Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen kräftig in Richtung Disney-Chef Michael Eisner aus. Fortsetzung von Erfolgsfilmen von Disney «machen uns krank», sagte Jobs in Los Angeles. Daher sei an einen zweiten Teil von gemeinsamen Erfolgsfilmen wie «Monster AG» oder «Findet Nemo» nicht zu denken.

Die beiden Unternehmen hatten Ende Januar Gespräche über eine Fortsetzung der seit 13 Jahren bestehenden Vertriebs- und Finanzpartnerschaft abgebrochen. Einige Beobachter hatten gemutmaßt, Pixar habe die Verhandlungen nur deshalb beendet, um von Disney bessere Konditionen zu erhalten. Jobs stellte aber klar, er werde von März an mit vier größeren Hollywood-Studios – nicht aber mit Disney – verhandeln. Namen nannte er allerdings nicht. Die Gespräche sollen im Herbst abgeschlossen sein. «Das Beste liegt noch vor uns», sagte Jobs mit Blick auf das Ende der Disney-Partnerschaft weiter.

Disney hatte Besseres erwartet
Mit dem Hinweis auf die von Eisner offenbar gewünschten Fortsetzungen von gemeinsam finanzierten Erfolgsfilmen schloss sich Jobs indirekt der von vielen Seiten gegenüber dem Disney-Chef erhobenen Vorwürfe an, das Unternehmen denke nur noch an den «schnellen Dollar». Ähnlich hatte sich zuletzt Roy Disney, der Neffe von Firmengründer Walt, geäußert, als er im Zorn als letztes Familienmitglied aus dem Verwaltungsrat des Konzerns ausgeschieden war. Dabei hatte Roy Disney gesagt, eigentlich hätte statt seiner Eisner zurücktreten müssen.

Pixar-Chef Jobs wandte sich zudem gegen die seitens Disney geforderte Linie, zwei Animationsfilme in einem Jahr in die Kinos zu bringen. Das habe zum Niedergang des Unterhaltungskonzerns beigetragen. Er selbst veröffentliche lieber einen «großartigen» Film im Jahr als zwei, die «so lala» seien, sagte Jobs.

Disney reagierte leicht pikiert auf die Äußerungen: «Wir hätten Besseres von ihm erwartet» als «Beleidigung und Beschimpfung», sagte eine Konzernsprecherin US-Medienberichten zufolge an die Adresse Jobs' gerichtet.

«Nemo» sorgt für steigende Gewinn
Mit dem zurückliegenden Pixar-Geschäftsjahr zeigte sich Jobs überaus zufrieden. Allein im vierten Quartal fiel den Angaben zufolge ein Reingewinn von fast 84 Millionen Dollar an. Im vierten Quartal 2002 waren Pixar unter dem Strich nur 17 Millionen Dollar geblieben. Im gesamten Geschäftsjahr 2003 summierte sich der Überschuss damit auf 124,7 Millionen Dollar, wie es weiter hieß.

Vor allem durch den Erfolg von «Findet Nemo» – sowohl in der Kinokasse als auch durch den anschließenden Verkauf auf DVD oder Video – schnellte der Pixar-Umsatz im vierten Quartal auf 164 Millionen Dollar nach oben. Das ist mehr als das Vierfache des Vorjahreswertes von 39 Millionen Dollar. Im gesamten Jahr setzte das Unternehmen damit 262,5 Millionen Dollar um, nachdem es im Vorjahr noch 1202 Millionen Dollar gewesen waren. (nz)