02.02.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Immer mehr Menschen in Deutschland suchen wegen Finanzproblemen die Schuldnerberatung auf. Neben Arbeitslosigkeit und Scheidung führt der Einkauf auf Kredit vielfach zu Schwierigkeiten.
Im vergangenen Jahr haben ein Drittel mehr Menschen Hilfe bei der Schuldnerberatung gesucht. Das sagte Claudia Kurzbuch, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, der «Neuen Osnabrücker Zeitung», wie das Blatt am Montag berichtete. Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland sei in 2003 auf drei Millionen gestiegen, hieß es weiter.
Gründe für die gestiegene Zahl der Haushalte in Finanzproblemen seien die hohe Arbeitslosigkeit und die zunehmende Zahl von Scheidungen. Aber auch Marketing-Strategien trügen zur Überschuldung bei: So führe häufig der «Kauf auf Kredit» zu Schuldenproblemen, sagte Kurzbuch weiter. Darüber hinaus verlören viele Verbraucher den finanziellen Überblick, wenn sie mit EC-Karten bezahlten.
Mittel werden gekürztKurzbuch kritisierte, dass trotzt wachsendem Bedarfs vielfach die öffentlichen Gelder für die Schuldnerberatung zusammengestrichen würden. Inzwischen gebe es in bestimmten Regionen Wartezeiten von bis zu zwölf Monaten. Die Geschäftsführerin forderte daher eine kostenfinanzierte Deckung der Schuldnerberatung in Deutschland. (nz)