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Billig-Airlines sorgen für Marktbelebung

30. Jan 2004 10:47, ergänzt 11:54
Billigfluggesellschaft Ryanair
Die internationalen Flughäfen in Deutschland haben im vergangenen Jahr Dank der Billig-Airlines ein deutliches Wachstum verbucht. Von den neuen EU-Richtlinien erhofft sich der zuständige Verband «Rechtssicherheit».

Die 18 internationalen Flughäfen in Deutschland haben 2003 rund 142 Millionen Passagiere abgefertigt und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) am Freitag in Berlin mit. Im Vergleich zu 2001 sei das allerdings nur ein Plus von 0,9 Prozent.

Die Zahl der Interkontinentalflüge nahm nur um knapp ein Prozent zu. Diese Entwicklung sei auf die Auswirkungen von SARS und die Angst vor Terroranschlägen zurückzuführen, hieß es zur Begründung. Das Gesamtaufkommen im Linienverkehr wuchs den Angaben zufolge dagegen um 5,5 Prozent.

Deutlich mehr Billigflüge

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Dieses Wachstum wurde allerdings in erster Linie durch das Billig-Segment erreicht. «Nur durch das erheblich erweiterte Angebot der Low-Cost-Carrier sowie die Tarifreaktionen der etablierten Luftverkehrsgesellschaften konnten die negativen Einflüsse aus weltpolitischen Unsicherheiten und Konjunkturschwäche abgefangen werden», sagte ADV-Geschäftsführer Bernd Nierobisch. 2003 sei das Billigsegment um 112 Prozent gewachsen. Mit rund 14 Millionen Passagieren habe es einen Anteil am Gesamtaufkommen von rund zehn Prozent.

Zu den möglichen Auswirkungen der Entscheidung der EU-Kommission über Subventionen an die Billig-Airline Raynair in Belgien wollte sich der Verband nicht äußern. «Grundsätzlich sehen wir aber den neuen Richtlinien der EU-Kommission positiv gegenüber», sagte eine ADV-Sprecherin der Netzeitung. Dadurch werde endlich «Rechtssicherheit» geschaffen.

EU erläßt neue Richtlinien

Die irische Billig-Fluggesellschaft Ryanair muss Presseberichten zufolge von der EU-Kommission als indirekte Subventionen deklarierte Gelder zurückzahlen. Die Entscheidung hierzu soll am kommenden Dienstag verkündet werden. Den Berichten zufolge muss die Airline den größten Teil der finanziellen Vorteile, die Ryanair vom belgischen Flughafen Charleroi und der dortigen Regional-Regierung erhalten hat, zurückzahlen. «Ähnliche Vergüstigungen wie in Belgien sind uns für deutsche Flughäfen nicht bekannt», betonte die Sprecherin.

Zudem will die Kommission im Früjahr neue Richtlinien vorlegen, die das Verhältnis zwischen Flughäfen und Fluggesellschaften grundsätzlich neu regeln. In der Folge könnten die Billig-Airlines Strecken stilllegen, um den höheren Gebühren zu entgehen. (nz)

 
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