29. Jan 2004 17:14
Die Zerschlagung des insolventen Grundig-Konzern ist fast abgeschlossen. Jetzt wurde für die TV-Sparte der Kaufvertrag mit einem britisch-türkischen Konsortium unterzeichnet.
Das insolvente Traditionsunternehmen Grundig hat sein Kerngeschäft, die Fernsehsparte, an ein Konsortium aus Großbritannien und der Türkei verkauft. Wie Insolvenzverwalter Siegfried Beck am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, übernahmen die britische Unterhaltungselektronik-Gruppe Alba und der türkische TV-Hersteller Beko das Grundig-Fernsehgeschäft für rund 80 Millionen Euro.Der Betrieb soll den Angaben zufolge mit mindestens 200 Mitarbeitern fortgeführt werden. Auch der Firmensitz Nürnberg und der traditionsreiche Markenname bleibe erhalten, sagte Beck. Grundig wird demnach künftig zwei Gesellschaften umfassen: Eine nimmt die weltweiten Service-Aktivitäten wahr, die andere arbeitet im bisherigen Kerngeschäft sowie in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb.
Die Übernahme ist noch von der Zustimmung des Kartellamts abhängig und soll bis April vollzogen sein. Das Management bleibt in deutschen Händen. Grundig-Vertriebsleiter Hubert Roth wird neuer Geschäftsführer des Unternehmens. Roth sagte, die TV-Sparte werde in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.Alba-Chef Daniel Harris kündigte neue Investitionen in die Marke Grundig an. Beko-Chef Ali Sümerval sagte, Grundig solle bereits innerhalb von drei Jahren seine einst führende Position im Markt der Unterhaltungselektronik zurückerobern. Der Nürnberger IG-Metall-Chef Gerd Loboda nannte den Verkauf eine «richtige Entscheidung». Bis auf wenige Beschäftigte, die selbst gekündigt hätten, sei seit der Insolvenz im April 2003 kein einziger Grundig-Mitarbeiter arbeitslos geworden.