netzeitung.deUniversal erwägt Ausstieg bei Viva

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Beim Musik-Spartenkanal Viva wird die Eigentümerstruktur neu gemischt: Nach Hauptaktionär Time Warner denkt offenbar auch Universal Music an einem Ausstieg.

Beim Musiksender Viva könnte sich die Aktionärsstruktur gravierender ändern als bisher angenommen. Entsprechende Berichte wurden am Freitag, dem Tag der Hauptversammlung der Viva Medien AG
, bekannt. Einen Zeitungsbericht zufolge soll nun auch Universal Music über eine Veräußerung von Viva-Anteile nachdenken.
Universal denkt über Verkauf nach
Zu dem richtigen Preis sei Universal nicht abgeneigt, die Anteile zu verkaufen, zitierte die «Financial Times Deutschland» (FTD) in ihrer Freitagausgabe Unternehmenskreise. Universal hält derzeit 15,3 Prozent der Anteile am Musik-Kanal.

In der vergangenen Woche hatte bereits der Haupt-Anteilseigener Time Warner durchblicken lassen, dass das Unternehmen an einem Verkauf seiner Beteiligung interessiert sei. Wie es in dem Bericht weiter hieß, rechnen nun auch Aktionärsvertreter damit, dass Time Warner den Schritt vollzíehen wird.

DSW glaubt an Time Warner-Ausstieg
«Sobald es zu einer solchen Äußerung kommt, ist klar, dass der Anteilsverkauf quasi beschlossen ist», sagte Hans Richard Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung Wertpapierbesitz (DSW) dem Blatt. Time-Warner-Chef Richard Parson hatte zuvor entsprechende in Überlegungen öffentlich gemacht.

Time Warner hält derzeit an der Viva Media AG 30,6 Prozent und an der Viva Plus Fernsehen GmbH 49 Prozent. Erst Ende vergangenen Jahres hatte Time Warner seine Musiksparte abgestoßen, um Schulden zu reduzieren. Zudem befindet sich das Unternehmen offenbar in Fusionsgesprächen mit dem Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM).

Interessenten stehen Schlange
Als mögliche Interessenten für die Anteile von Universal und Time Warner zählen Branchenkreise die TV-Sendergruppen ProSiebenSat.1 Media AG
und RTL-Group sowie die US-Medienkonzerne Viacom - Eigentümer des Viva-Konkurrenten MTV - und Disney, wie die FTD weiter berichtete.

Konkrete Verhandlungen hat es bisher nicht zu geben, berichtete das Blatt unter Berufung auf Aufsichtsratskreise von Viva weiter. Analysten erwarten, dass Viva in diesem Jahr einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe verbuchen werde. (nz)