netzeitung.deFraport gibt Manila-Geld noch nicht verloren

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Fraport betrachtet das Manila-Projekt noch nicht als «endgültig gescheitert» - obwohl die Nichtigkeit des Vertrags gerichtlich bestätigt wurde. Vielmehr pocht das Unternehmen weiter auf Kompensation durch die philippinische Regierung.

Das Urteil des philippinischen Obersten Gerichtshofs zum Manila-Projekt bedeutet nach Ansicht des Flughafenbetreibers Fraport «kein endgültiges Scheitern» der Schadenersatzansprüche des Unternehmens. Das teilte der Konzern am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Vielmehr legt die Fraport AG
die Gerichtsentscheidung so aus, dass die Regierung das fertig gestellte Terminal nur gegen eine Entschädigung übernehmen darf.
«Angemessene» Entschädigung für Piatco
Bei dieser Auslegung stützt sich Fraport auf den Wortlaut der Gerichtsentscheidung. Darin heiße es, die baulichen Strukturen des Terminals seien nahezu vollständig errichtet. Übernehme die Regierung das Terminal, so habe sie die Piatco als Erbauer angemessen zu entschädigen, meint der Konzern. Fraport ist an Piatco als Generalunternehmen des Projekts mit 30 Prozent beteiligt, hat aber der Löwenteil der Investitionen von insgesamt 500 Millionen Euro getragen. Das Engagement wurde im vergangenen Jahr komplett abgeschrieben und zehrte die Gewinne des Flughafenbetreibers auf.

«Das Urteil fordert damit die philippinische Regierung unmissverständlich dazu auf, mit der Piatco beziehungsweise ihren Anteilseignern eine Kompensationsregelung zu verhandeln», hieß es aus Frankfurt weiter. Fraport bemühe sich nun um eine Wiederaufnahme der Gespräche mit der Regierung. Das stelle die Klage vor dem Schiedsgericht Weltbank in Washington aber nicht in Frage.

Gericht hatte Urteil vom Mai bestätigt
Am Mittwoch hatte das oberste Gericht der Philippinen ein vorinstanzliches Urteil bestätigt, das den Vertrag zwischen der philippinischen Regierung und der Fraport Manila für nichtig erklärt hatte. Das Manila-Projekt hatte die Bilanz der Fraport im Jahr 2002 mit rund 300 Millionen Euro belastet - diesen Schaden wollte das Unternehmen ersetzt haben. Um die Schadenersatzansprüche klären zu lassen, hatte die Fraport Klage bei einem internationalen Schiedsgericht der Weltbank eingereicht. (nz)