Ihm wird ebenso wie weiteren früheren Mitgliedern des Präsidialausschusses des Mannesmann-Aufsichtsrats schwere Untreue vorgeworfen. Der frühere Vorstandschef Klaus Esser und ein weiterer Manager müssen sich wegen Beihilfe verantworten. Esser hatte für den Donnerstag die Verlesung einer fünfstündigen Erklärung im Rahmen der Befragung der Angeklagten angekündigt. «Prinzip der Leistungsgerechtigkeit» «Wir haben uns vom Prinzip der Leistungsgerechtigkeit leiten lassen», sagte Ackermann weiter. Er verwies darauf, dass die Sonderzahlungen nur 0,02 Promille des Wertzuwachses ausgemacht hätten, den Esser den Mannesmann-Anteilseignern verschafft habe. «Hätten wir Herrn Esser sagen sollen: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen?» fragte Ackermann rhetorisch. Es habe sich um «außerordentliche Anerkennungsprämien für eine außerordentliche Leistung in einer außerordentlichen Zeit für Mannesmann» gehandelt. Die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone im Jahr 2000 nach einer in Deutschland beispiellosen Übernahmeschlacht sei ein «Erfolg für die Aktionäre und die Gesellschaft selbst» gewesen, ergänzte Ackermann. «Ich sehe nicht, wie ich jemanden geschädigt haben soll.» Er sei überzeugt, «dass ich mich richtig verhalten und auf jeden Fall nicht strafbar gemacht habe. Ich selbst hatte überhaupt keine Vorteile», betonte er. Vorschlägen penibel gefolgt
Der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, ebenfalls angeklagtes Mitglied im Präsidium des Kontrollgremiums, sagte, alle von ihm mitgetragenen Entscheidungen seien «rechtlich korrekt» gewesen. Bei den Abstimmungen über Millionen-Prämien für Manager habe er sich der Stimme enthalten, weil er empfunden habe, dies sei keine Angelegenheit für Arbeitnehmervertreter. Es ging Zwickel um die Arbeitsplätze Nachdem klar geworden sei, dass Mannesmann in der Übernahmeschlacht mit Vodafone nicht gewinnen werde, sei es ihm zudem primär um die Zukunft des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze und nicht «um Abfindungen oder ähnliches» gegangen. Gleichzeitig habe er durch seine Stimmenthaltung aber deutlich machen wollen, dass er die Höhe nicht akzeptiere. «Nur in Ausnahmefällen werden Konflikte im Aufsichtsrat in offener Schlacht ausgetragen. Das hat nichts mit Kumpanei tun», sagte Zwickel. (nz)
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