19.01.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Infineon-Chef Ulrich Schumacher
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Infineon-Chef Schumacher gibt sich für das laufende Jahr optimistisch, die Branche befinde sich «endlich» im Aufschwung. Im ersten Quartal erfüllte der Chiphersteller die Erwartungen der Analysten jedoch nicht ganz.
Der Halbleiterkonzern Infineon
hat im abgeschlossenen ersten Quartal seines Geschäftsjahres einen Überschuss von 34 Millionen Euro erwirtschaftet. Das teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 40 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Im Vergleich zum Vorquartal verminderte sich der Netto-Gewinn allerdings um 15 Millionen Euro. Analysten hatte zudem mit einem etwas höheren Überschuss gerechnet.
Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Auch dieser Wert fiel damit etwas schwächer als aus als Experten getippt hatten. Im Vergleich zum Vorquartal hätten sich die Verkäufe allerdings wegen des schwächeren Dollar um acht Prozent vermindert, hieß es weiter. Ohne Wechselkurseffekte wäre der Wert nach Unternehmensangaben um 100 Millionen Euro höher ausgefallen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) wurde mit 70 Millionen Euro angegeben. Das ist ein Plus von drei Millionen Euro zum Vorquartal und lag etwas über den Anaylsten-Schätzungen.
Aufschwung in der Chip-BrancheKonzernchef Ulrich Schumacher sprach von einem «positiven Ergebnis». Die «gute Entwicklung liegt im Rahmen unserer Erwartungen und stimmt mit unseren langfristigen Planungen überein», sagte er. Zudem zeigten «sämtliche Geschäftsindikatoren», dass sich die Chipbranche «endlich in einer Aufschwungphase befindet. Die schlimmste Krise, die die Halbleitermarkt je erlebt hat, scheint vorüber», sagte der Vorstandschef.
Er erwarte «für alle Segmente ein stabiles Wachstum im Jahr 2004», auch wenn die Preise vor allem für Speicherprodukte wieder sinken würden. Zwar sei er nur «vorsichtig optimistisch». Dennoch sei er «zuversichtlich», dass das Unternehmen «erneut schneller als der Markt wachsen» und zugleich die Profitabilität im Vergleich zur Konkurrenz verbessern werde, sagte Schumacher weiter. Insgesamt rechne er mit einem Marktwachstum um 15 bis 20 Prozent.
Schwarze Zahlen in 2004 erwartetOhne selbst eine konkrete Prognose abzugeben, sagte Schumacher, mit einer Analysten-Prognose für den Jahresüberschuss in Höhe von 230 Millionen Euro könne er leben. Finanzvorstand Peter Fischl ergänzte, er rechne für das laufende Quartal mit einer schwarzen Null bei Infineon.
Die zuletzt gestiegenen Preise für Speicherprodukte würden traditionell nach dem Weihnachtsgeschäft wieder fallen, sagte Schumacher weiter. Wachsende Nachfrage im Jahresverlauf werde die Preise aber wieder nach oben treiben. Seinen Optimismus begründete er damit, dass viele Unternehmen veraltete Rechner austauschen müssten und dabei erfahrungsgemäß größere Speicher einsetzen würden.
Bekenntnis zu DeutschlandSchumacher bekannte sich indes ausdrücklich zu Deustchland als Produktionsstandort für Infineon. So werde der Konzern in Dresden 400 neue Arbeitsplätze schaffen. Eine Verlagerung der Firmenzentrale ins Ausland aus steuerlichen Gründen wollte Schumacher jedoch nicht endgültig ausschließen. Infineon beschäftigte zuletzt eigenen Angaben zufolge weltweit 32.900 Mitarbeiter. (nz)