netzeitung.deSparkassen am Rhein prüfen Großfusion

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Die Sparkassen von Köln, Düsseldorf, Leverkusen und Bonn planen eine Großfusion: Dabei soll unter Führung der Kölner das zweitgrößte kommunale Finanzinstitut entstehen.

Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen wollen offenbar Forderungen nach einem Verkauf der kommunalen Kreditinstitute mit einer Großfusion abwehren: Die Sparkassen von Düsseldorf, Köln, Bonn und Leverkusen werden in den nächsten Monaten einen Zusammenschluss prüfen. Das berichtet die Zeitung «Die Welt» vom Montag unter Berufung auf Verhandlungsteilnehmer.

Schon in der kommenden Woche werde der Strategieausschuss der Stadtsparkasse Köln eine Fusion diskutieren, hieß es. Dabei gehe es auch um die Frage, ob die Kölner den Posten des Vorstandschefs in der fusionierten Großsparkasse für sich reklamieren werden. Die Stadtparkasse Köln ist mit einem Bilanzvolumen von rund 22 Milliarden Euro eine der größten Sparkassen in Deutschland.

Vorstände der beteiligten Sparkasen skeptisch
Das fusionierte kommunale Finanzinstitut wäre nach der Hamburger Sparkasse (Haspa) mit einer Bilanzsumme von mehr als 38 Milliarden Euro die Nummer zwei der Sparkassen in Deutschland, hieß es weiter. Auslöser für die Fusionsgespräche sei der steigende Kostendruck und die Forderung nach einer Privatisierung der Sparkassen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Verhandlungsteilnehmer: «Deshalb müssen wir eine Lösung für die vier Stadtsparkassen finden, und die heißt: Größe», heiße es aus dem Umfeld des Kölner Rathauses.

Ob die Grofusion zu einer «Sparkasse Rheinland» tatsächlich klappt, sei noch offen: Zwar stehe die Politik geschlossen hinter den Plänen und gelte als Antriebsmotor einer Verschmelzung zu einer neuen Aktiengesellschaft. Allerdings sähen die betroffenen Sparkassen-Vorstände, die angesichts der Größe des Kölner Finanzinstituts die Rolle des Juniorpartners übernähmen, die Fusion teilweise mit Skepsis.

In den vergangenen Tagen hatte sich insbesondere der Bundesverband deutscher Banken für eine Privatisierung der kommunalen Institute ausgesprochen. Der Staat solle sich als Eigentümer aus dem Finanzmarkt zurückziehen und damit den Weg für eine Branchenkonsolidierung freimachen, argumentierte der Bankenverband. (nz)