Telekom will weniger ausbilden
28.11.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi befürchtet einen massiven Wegfall von Lehrstellen bei der Telekom. Im kommenden Jahr sollen nur noch halb so viele Verträge abgeschlossen werden wie 2003.
Die Deutsche Telekom
will nach Informationen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im kommenden Jahr die Zahl ihrer Ausbildungsverträge von 4000 in diesem Jahr auf 2000 halbieren. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte Freitag Diskussionen über eine Verringerung der Lehrstellenzahl.
Er sagte, es sei allerdings noch keine Entscheidung über eine Größenordnung gefallen: Nachdem im September dieses Jahres nochmals 4000 junge Leute Ausbildungsverträge bei der Telekom bekommen hätten, «werden wir uns im kommenden Jahr irgendwo zwischen 1000 und 4000 bewegen». Derzeit beschäftige das Unternehmen insgesamt 11.000 Azubis.
Verdi: Bund soll eingreifenDer stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Telekom-Aufsichtsrat Franz Treml bezeichnete die geplanten Streichungen als «unverständlich bei einem Konzernüberschuss von 1,6 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen dieses Jahres und einem erfolgreichen Schuldenabbau.» Der Bund als Miteigentümer der Telekom sei gefordert, den massiven Abbau von Ausbildungsplätzen zu verhindern, so Treml weiter. Schließlich hätten Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) eben noch Ausbildungsplätze bei den Unternehmen eingefordert.
Telekom: Branchenbedarf beachtenDen Verdi-Vorwurf, die Telekom käme ihrer Verantwortung für die Jugend nicht nach, wies der Telekom-Sprecher zurück. Das Unternehmen sei einer der größten Ausbildungsbetriebe Deutschlands und bilde weit über den eigenen Bedarf aus. «Wir gehen davon aus, dass wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung da auch gerecht werden», sagte der Sprecher. Ein Maßstab für das Lehrstellenangebot des Unternehmens müsse aber auch sein, «was die Branche insgesamt überhaupt verkraften kann». (nz)