24. Nov 2003 09:45, ergänzt 12:18
Standard & Poor’s hat davon Abstand genommen, vorläufige Kredit-Einschätzungen für die Landesbanken zu veröffentlichen. Die Banken sind aber nach Meinung der Experten auf den Wegfall der Staatsgarantien nicht vorbereitet.
Die internationale Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) sieht die Kreditbonität der deutschen Landesbanken zwischen «A+» und «BBB». Das teilte das Unternehmen am Montag in London mit und nahm damit davon Abstand, für jede Bank eine individuelle Einschätzung abzugeben.S&P hatte in der vergangenen Woche angekündigt, ein paralleles Rating für die Landesbanken zu veröffentlichen und war damit deutlich in die Kritik geraten. Die Ratings sollten die Situation der einzelnen Banken unter Berücksichtigung des Wegfalls der Staatsgarantien Mitte 2005 widerspiegeln.
Nun hieß es, man wolle mit der Bekanntgabe der fiktiven Ratings warten, da sich die Landesbanken derzeit in einem Strukturierungsprozess befänden, um mit der neuen Situation nach Wegfall der Staatgarantien umzugehen. Die vorläufigen Ratings ohne Berücksichtigung der Staatsgarantien fielen «signifikant» niedriger aus als mit der Garantie des Staates, teilte S&P weiter mit.
S&P will die einzelnen Kredit-Einschätzungen jetzt im Juli 2004 vorlegen. Die Agentur übte aber am Montag auch Kritik an der derzeitigen Situation der Landesbanken: Viele seien auf die Situation nach Juli 2005 nicht vorbereitet. Der Wettbewerb werde dann deutlich schärfer, hieß es. Die Banken hätten mit ihrer Konzentration auf das Massengeschäft mit Privatkunden aber «wenige strategische Optionen». Die vorläufigen Ratings von S&P sind aufgrund des Wegfalls der Staatsgarantien deutlich niedriger als die derzeitigen. Je schlechter des Rating, desto teurer ist es für ein Unternehmen, Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. (nz)