netzeitung.deBertelsmann steigert operativen Gewinn deutlich

 Herausgeber: netzeitung.de

Bertelsmann-Finanzvorstand Siegfried Luther (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bertelsmann-Finanzvorstand Siegfried Luther
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Medienkonzern Bertelsmann hat im dritten Quartal bei rückläufigen Umsätzen operativ mehr verdient. Für das Gesamtjahr halten die Gütersloher an ihrem Ziel fest, operativ weiter zu wachsen.

Die Bertelsmann AG hat ihr operatives Ergebnis im dritten Quartal deutlich verbessert. Wie der Medienkonzern am Donnerstag in Gütersloh mitteilte, stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) auf 207 Millionen Euro nach 116 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz sank dabei leicht von 4,2 Milliarden auf 3,9 Milliarden Euro.
Verkäufe zahlen sich aus
Von Januar bis September stieg der operative Gewinn den Angaben zufolge um rund ein Drittel auf 435 Millionen Euro. Bei einem leicht rückläufigem Umsatz von 13 Milliarden Euro wies der Konzern von Januar bis September einen Überschuss von 162 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum hatte Bertelsmann aufgrund des Verkaufes von AOL Europe 1,3 Milliarden Euro verdient.

Der Jahresüberschuss sei neben der operativen Verbesserung auch von Veräußerungs- Gewinnen geprägt gewesen. Das Unternehmen hatte sich von dem Fachverlag BertelsmannSpringer und der Beteiligung an Barnesannoble.com getrennt. Beides hatte 761 Millionen Euro in die Kassen gespült.

Konzentration auf Kerngeschäft
Bertelsmann-Finanzvorstand Siegfried Luther zeigte sich trotz des rückläufigen Umsatzes optimistisch für das Gesamtjahresergebnis: «Das vierte Quartal ist für unser Mediengeschäft traditionell das stärkste. Trotz leicht rückläufiger Umsätze halten wir daher für das Gesamtjahr an unserer Erwartung fest, dass wir ein Operating EBITA über Vorjahresniveau erreichen.»

Zu Bertelsmann gehören neben der RTL Group unter anderem der weltgrößte Buchverlag Random House und der weltweit zweitgrößte Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr sowie die Musiksparte BMG. Die Konjunkturflaute und die Krise auf dem Werbemarkt hatten in dem Unternehmen zu einem Richtungswechsel geführt.

Bertelsmann konzentriert sich seit dem Rücktritt des langjährigen Chefs Thomas Middelhoff aufs Kerngeschäft und hatte jüngst das Zusammengehen seiner Musiksparte mit der von Sony angekündigt. Offenbar wegen Differenzen um diese Entscheidung hatte am Mittwoch Aufsichtsratschef Gert Schulte-Hillen überraschend sein Amt niedergelegt. (nz)