netzeitung.deDeutscher Zukunftspreis an Flüssigkristall-Forscher

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Forscher des Darmstadter Chemie- und Pharmakonzerns Merck haben den Deutschen Zukunftspreis 2003 gewonnen. Sie entwickelten Flüssigkristalle für TV-Flachbildschirme.

Den Deutschen Zukunftspreis 2003 erhält ein Forscherteam des Chemie- und Pharmakonzerns Merck
aus Darmstadt. Bundespräsident Johannes Rau überreichte am Donnerstagabend in Berlin die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung für die Entwicklung einer neuen Materialklasse. Die Forscher entwickelten Flüssigkristalle, die die Herstellung von TV-Flachbildschirmen möglich machten.

LCD-Fernseher deutlich sparsamer
Die Darmstädter Forscher haben seit Mitte der 90er Jahre systematisch zahlreiche flüssigkristalline Substanzen synthetisiert, verbessert und in immer wieder neuen Mischungen getestet, bis Flüssigkristall-Mischungen gefunden waren, die es ermöglichten, die neuen großen LCD-Fernsehbildschirme zu realisieren. Im Gegensatz zur Bildröhre benötigt der LCD-Fernseher nur rund 50 Prozent der Energie und hat eine doppelt so lange Lebensdauer.

Flüssigkristalle sind stäbchenförmige Moleküle, die sich in Schichten parallel zueinander orientieren. Unter dem Einfluss einer elektrischen Spannung lässt sich diese Ausrichtung verändern. 1971 entdeckten die Schweizer Schadt und Helfrich, dass sich dieses Prinzip für die Herstellung von Displays nutzen lässt.

Mit dem jährlich verliehenen Preis sollen Spitzenleistungen in Wissenschaft und Technik in Deutschland gewürdigt und einer breiten Öffentlichkeit vorstellt werden. Entscheidend für die Jury-Entscheidung ist unter anderem die Anwendungsnähe der prämierten Leistung, die uneingeschränkt marktfähig sein muss und Arbeitsplätze schafft. Nominiert waren vier von 27 Projekten aus den Bereichen Biotechnologie, Elektronik, Fahrzeugtechnik und Chemie. (nz)