netzeitung.deMicrosoft umwirbt Google

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Der mögliche Börsengang von Google hat in den USA Spekulationen angeregt, Microsoft habe Interesse an dem Unternehmen. Ob eine Übernahme oder eine Kooperation dabei herauskommt, ist noch offen.

Die Manager der Internet-Suchmaschine Google stehen derzeit nicht nur in intensiven Verhandlungen mit mehreren Banken über die Abwicklung des vom Unternehmen bis zur Mitte kommenden Jahres geplanten Börsengangs. Sie verhandeln einem Bericht der «New York Times» (NYT) zufolge auch an einer anderen Front – nämlich mit dem weltgrößten Software-Konzern Microsoft. Demnach prüfen die beiden Unternehmen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit oder sogar einer Fusion der beiden Firmen.

Unter Berufung auf Konzernmanager und andere, die mit den Vorgängen vertraut seien, hieß es, Microsoft sei in den vergangenen zwei Monaten an Google herangetreten, um die Pläne zu diskutieren. Im Hintergrund stünden «verzweifelte Bemühungen» seitens des Software-Unternehmens, sich eine Scheibe vom viel genutzten - und mit hohen Werbeeinnahmen verbundenen – Suchgeschäft von Google abzuschneiden. Die Unternehmensumsätze waren zuletzt durch die Einblendung von Werbebanner, die an die eingegebenen Suchbegriffe gekoppelt sind, rasant gewachsen.

Internet-Aktienverkauf bei Google vom Tisch
Google denkt dem Bericht zufolge darüber nach, einen Anteil von 10 bis 15 Prozent am Unternehmen über die Börse zu veräußern und damit bis zu zwei Milliarden Dollar einzunehmen. Bislang befindet sich das 1998 von zwei Stanford-Doktoranden gegründete Unternehmen in Privatbesitz. Von Plänen für einen Verkauf von Aktien über das Internet, der bei Google angedacht worden war, um die Gebührenzahlungen an die am Börsengang beteiligten Banken zu sparen, hat das Unternehmen indes offenbar Abstand genommen.

Microsoft habe allerdings keine Eile, die Zusammenarbeit mit Google voranzutreiben, berichtete die «NYT» weiter. Der Konzern könne sich auch bei einem so genannten Secondary Offering, bei dem weitere Anteile am Kapitalmarkt veräußert werden, einkaufen. Keiner der beiden Firmen wollte dem Blatt gegenüber einen Kommentar abgeben.

Microsoft könnte eigene Suchfunktion einbauen
Sollte Microsoft ein solcher Schachzug, also die Übernahme von oder zumindest eine hohe Beteiligung an Google misslingen, könnte der De-Facto-Monopolist bei Betriebssystemen (OS) einen Weg gehen, der sich schon bei Internet-Browser-Programmen als letztlich erfolgreich erwiesen hatte: Dem Bericht zufolge könnte Microsoft in sein derzeit unter dem Codenamen «Longhorn» in der Entwicklung befindliches, neues OS eine eigene Suchfunktion einbauen.

Auf die Herausforderung durch den alternativen Browser Netscape hatte der Konzern mit der festen Einbindung seines Internet Explorers in Windows reagiert und den Konkurrenten damit letztlich aus dem Markt gedrängt. Das hatte zwar ein jahrelanges Kartell-Verfahren nach sich gezogen. Entgegen einem erstinstanzlichen Urteil – das die Zerschlagung von Microsoft vorgesehen hatte – hat die gerichtliche Auseinandersetzung das Unternehmen angesichts eines Bargeldbestandes von mehreren Milliarden Dollar nur eine geringe Summe gekostet. (nz)