Lufthansa-Chef: Mehrarbeit für gleiches Geld
24.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Lufthansa-Chef Mayrhuber erwartet von den Beschäftigten der Fluglinie mehr Arbeit für das gleiche Geld. In einem Interview äußerte er sich optimistisch zur laufenden Neuordnung der Branche.
Die Beschäftigten der Lufthansa
sollen künftig für das gleiche Geld mehr arbeiten. Das sei besser als weniger Beschäftigung bei gleicher Bezahlung, sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Zwar dürfe man die Partner auf der Arbeitnehmerseite nicht überfordern, doch sie wüssten, dass wir nicht endlos warten könnten, zitierte die Zeitung Mayrhuber am Freitag vorab.
Die Mitarbeiter dürften nicht in dem Irrglauben gelassen werden, nach dem Irak-Krieg und nach SARS könne es automatisch so sein wie in der Vergangenheit, sagte der Lufthansa-Chef weiter. Deshalb werde offen mit den Belegschaftsvertretern und den Mitbestimmungsgremien geredet. «Denn wenn sich alles um uns herum verändert, dann müssen wir uns auch ändern. Wobei jeder Tag, der die Entscheidung verschiebt, ein verlorener Tag ist», sagte Mayrhuber.
Neuordnung des Marktes als ChanceIn der beginnenden Neuordnung der europäischen Luftfahrt sieht Mayrhuber keine Bedrohung. Die Lufthansa sei in Europa gut aufgestellt, zumal nun auch die polnische Fluggesellschaft Lot zur Star Alliance stoße. «Eine Erweiterung von Partnerschaften - wie durch die Swiss - wäre für uns von Interesse gewesen, aber das geht nur dann, wenn es für beide Seiten gleichermaßen einen Sinn ergibt. Und da gab es ein Ungleichgewicht, und deshalb konnten wir das nicht zum Abschluss bringen.»
Air France-KLM kein RisikoZu einer möglichen Bedrohung der Lufthansa durch den Zusammenschluss von Air France und KLM sagte der Vorstandsvorsitzende: »Dieser Schritt ist für uns keine Überraschung. Wir hatten mit Air France und KLM zwei starke Wettbewerber, nun ist es ein starker Wettbewerber geworden, also einer weniger. Für uns bedeutet die neue Konstellation kein Risiko.« (nz)