24. Okt 2003 12:57
US-Behörden haben 250 illegale Einwanderer verhaftet, die als Reinigungskräfte in Märkten des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart beschäftigt waren. Der Konzern will davon nichts gewusst haben.
US-Bundesbehörden haben in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in mehreren Bundesstaaten 250 Menschen verhaftet, die ohne Arbeitserlaubnis für die USA als Reinigungsperson in Märkten der Einzelhandelskette Wal-Mart geputzt hatten. Wie der Sender «CNN» auf seiner Internetseite berichtete, sei dabei auch die Konzernzentrale in Bentonville im Bundesstaat Arkansas betroffen gewesen. Viele der illegalen Einwanderer aus Mexiko, Osteuropa und weiteren Regionen seien festgenommen worden, als sie gegen vier Uhr morgens New Yorker Zeit von der Reinigungs-Nachtschicht kamen.Ein Sprecher der Einwanderungs- und Zollbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) sagte, die Illegalen seien nicht direkt von Wal-Mart beschäftigt gewesen, sondern hätten für Subunternehmen des Konzerns gearbeitet. Dennoch gebe es den Verdacht, dass Manager von Wal-Mart von den Verstößen gegen die Einwanderungs-Bestimmungen gewusst haben. Es sei auch möglich, dass der Konzern weiter Geschäfte mit Subunternehmen gemacht habe, die bereits bei einer Razzia im Jahr 1998 wegen illegaler Beschäftigung aufgefallen waren.
Der Verstoß gegen die Einwanderungsgesetze selbst zieht für die Verhafteten kein Strafverfahren nach sich. Eine Firma, der Verstöße nachgewiesen werden, drohen dem Bericht zufolge allerdings Strafen von bis zu 10.000 Dollar pro illegal Beschäftigtem. Ob dabei auch Wal-Mart als Auftraggeber belangt werden kann, blieb zunächst unklar.Eine Sprecherin des Konzerns sagte «CNN», das Unternehmen sei derzeit noch nicht über Umfang und Details der Untersuchung informiert. Sie versicherte, Wal-Mart werde mit dem ICE zusammenarbeiten. Der Konzern verlange von seinen Subunternehmern, dass sie nur legale Mitarbeiter beschäftigten, betonte die Sprecherin.