Google erwägt Börsengang ohne Banken
24.10.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Nach Einschätzung von Investmentbankern könnte die Online-Auktion den Firmenwert auf mehr als 15 Milliarden Dollar treiben. Durch den Verkauf per Internet-Auktion spare Google Gebühren der Konsortialbanken und bräche die Macht der Wall Street über das lukrative Emissionsgeschäft, zitierte die «FT» aus dem Umfeld von Google.
Dem Bericht zufolge verspricht sich Google von einer Online-Auktion eine breitere Streuung der Aktien, da Investoren die Papiere direkt kaufen könnten, während normalerweise eine Investmentbank den Preis und den Käufer bestimmt. Eine Person aus dem Firmenumfeld habe beanstandet, dass Wall-Street-Banken nach der üblichen Methode den Emissionswert absichtlich niedrig halten könnten und die Aktien dann an bevorzugte Anlagekunden weiterreichten.
Ein Börsengang der Suchmaschine wird an der Wall Street und im Silicon Valley bereit lange erwartet. Während des Internet-Booms Ende der 90er Jahre hatte das Unternehmen auf den IPO verzichtet. Google sei hochprofitabel und spiele weltweit eine wichtige Rolle, sagte eine an den Planungen beteiligte Person der Zeitung. «Das wird 15 bis 25 Milliarden Dollar wert sein.» Google wurde vor fünf Jahren gegründet. Das Unternehmen veröffentlicht keine Bilanzen. Beobachter schätzen den Jahresumsatz auf 500 Millionen Dollar, den Jahresgewinn auf 150 Millionen Dollar. (nz)

