01. Okt 2003 12:32
Die japanischen Manager schauen optimistischer in die Zukunft. Erstmals seit Ende 2000 haben die Optimisten in der Großindustrie die Oberhand. Analysten sehen aber noch Risiken für die japanische Wirtschaft.
Japans Wirtschaft befindet sich offenbar weiter auf dem aufsteigenden Ast. Der Stimmungsindex für die Großindustrie für das dritte Quartal verbesserte sich von minus fünf im zweiten Quartal auf nun plus eins. Das geht aus dem am Mittwoch in Tokio veröffentlichten Konjunkturbericht der japanischen Notenbank, dem so genannten Takan-Bericht, hervor.Mit dem positiven Wert befinden sich die Konjunkturoptimisten unter den befragten japanischen Managern erstmals seit dem Schlussquartal 2000 wieder in der Mehrheit. Bereits im Vorquartal hatte sich der Index von minus zehn auf minus fünf verbessert.
Auch bei den mittelgroßen und kleinen Unternehmen ist der Konjunktur-Optimismus gewachsen: Jedoch behielten dort die Pessimisten weiter eine deutliche Mehrheit. Hier notierten die Indices im dritten Quartal weiter deutlich im Minus. Der Tankan-Bericht wird vierteljährlich von der japanischen Zentralbank veröffentlicht.
Wirtschaftsexperten zeigten sich über die Ergebnisse des Tankan-Berichts weit gehend zufrieden. «Die japanische Wirtschaft ist mit Sicherheit ein gutes Stück vorangekommen», sagte Markus Reinwand, Analyst bei der HelabaTrust in Frankfurt, der Netzeitung. Der positive Wirtschaftstrend werde auch durch die jüngst rückläufigen Zahlen von Firmenpleiten in Japan bestätigt. Das habe auch den japanischen Bankensektor entlastet, der stark von Problemkrediten belastet werde, erklärte der Experte. Positiv sei auch, dass die japanischen Unternehmen offenbar die Kosten deutlich gesenkt hätten. Dies habe neben dem Export-Geschäft auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestützt.
Allerdings ergebe sich aus der Exportorientierung der japanischen Wirtschaft auch Risiken, fügte Reinwand hinzu. So könnte ein zu starker Yen-Kurs das Ausfuhrgeschäft bremsen, weil dadurch japanische Exportgüter auf dem Weltmarkt teurer würden. Zudem sei Japan damit stark von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Sollten beispielsweise die USA eine nur stockenden Wirtschaftsentwicklung an den Tag legen, hätte das auch negative Folgen für Japan. (nz)