netzeitung.deBauwirtschaft verliert fast 100.000 Jobs

 Herausgeber: netzeitung.de

Während sich die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt zumindest stabilisiert, geht der Arbeitsplatzabbau in der Bauindustrie unvermindert weiter. Der Branchen-Verband erwartet weiter sinkende Umsätze.

Die deutsche Bauindustrie hat innerhalb eines Jahres nach eigenen Angaben knapp 100.000 Arbeitsplätze verloren. Auch im Spätsommer wiesen die Konjunkturdaten immer noch nach unten, sagte Ignaz Walter, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, am Donnerstag in Berlin. Die Bauwirtschaft als traditionell nachlaufende Branche werde «die Talsohle erst im Verlauf des Jahres 2004 erreichen».

Der Umsatz in der Branche war in den ersten sechs Monaten mit minus 8,7 Prozent deulich rückläufig. Seit 1995 habe die Branche rund 33 Prozent an Umsatz eingebüßt. Zu Beginn der Hauptbauzeit im Juni seien nur noch 803.000 Mitarbeiter im Bauhauptgewerbe beschäftigt gewesen, sagte Walter. Binnen eines Jahres seien damit 92.700 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Pessimistische Prognose
Im Ausland wächst die deutsche Bauindustrie dagegen kräftig: Von umgerechnet rund sieben Milliarden Euro stiegen der Umsatz bis 2002 auf 16,8 Milliarden. Das gelte nicht nur für Konzerne, sondern auch für die «großen Mittelständler», so der Verband. Ungeachtet des Irak-Krieges werde dieser Trend auch 2003 anhalten.

Für das Gesamtjahr erwartet der Verband einen Rückgang des Umsatzes um sechs Prozent. Der Beschäftigtenzahl werde um acht Prozent zurückgehen. Die Wachstumsschwäche habe sich inzwischen zur Rezession ausgeweitet, und die Investitionszurückhaltung sei noch nicht überwunden. Bund, Länder und Gemeinden sparten weiterhin zu Lasten der öffentlichen Infrastruktur, sagte Verbands-Chef Walter. (nz)