Greenspan lebt
Ein «renommierter» Börsendienst soll Urheber der Falschmeldung gewesen sein. Reuters, Bloomberg, CBS Marketwatch, CNN? Nein, es war «MMS». Allein CBS Marketwatch griff das Thema im Schlussbericht zum US-Anleihemarkt mit einem ätzenden Satz auf: «Ein lächerliches Gerücht, dass der ehrenwerte Fed-Chef Alan Greenspan gestorben sei, wurde als zu unwahrscheinlich eingestuft, um ernsthafte Beachtung am Markt zu finden.»
Der renommierte amerikanische Börsendienst fragte schließlich bei der US-Notenbank nach, wie es um den Gesundheitszustand ihres Chefs stehe. Die Antwort: Am Terminplan von Herrn Greenspan habe sich nichts geändert. Er werde wie geplant am Freitag eine Rede auf einer Konferenz der Notenbank in Kansas City halten. Aber da war die Meldung schon über den deutschen Radio-Dienst verbreitet worden.
Der mittlerweile 77-jährige Greenspan hatte zuletzt Mitte April Interesse an einer weiteren Amtszeit als US-Notenbankchef bekundet. Seine derzeitige Amtszeit läuft im Juni 2004 aus. Er steht seit 1987 an der Spitze der Fed.
Gerüchte um den Tod von Alan Greenspan sind nicht neu - diesmal wurde dem Gerücht aber allenfalls von extrem spekulativen Investoren Glauben geschenkt. Der Euro stieg kurzzeitig gegenüber dem Dollar, und am Anleihemarkt zeigte sich ein kleiner Ausschlag nach oben. Viele erfuhren von der Meldung erst im Nachhinein, als sie zurück gerufen wurde.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

