netzeitung.deDeutsche Plattenbranche geht schärfer gegen Online-Piraten vor

 Herausgeber: netzeitung.de

Die deutsche Musikbranche will nach den Worten von Sony-Manager Schramm den Druck auf illegale Musik-Tauscher erhöhen. Mit dem Start einer legalen Internet-Plattform sei dies guten Gewissens möglich.

Die Musikindustrie erhöht nun auch in Deutschland den Druck auf illegal Musiktauschende. Wie der Deutschland-Chef von Sony Music, Balthasar Schramm, dem «Handelsblatt» sagte, wird die Branche «erheblich aggressiver gegen Musikpiraterie» vorgehen.

«Wir werden Auskunftsersuchen bei Internetprovidern zu verdächten IP-Adressen stellen, um Anbieter und Konsumenten von illegaler Musik aufzuspüren und dann die Staatsanwaltschaften einschalten», kündigte Schramm an. In den USA laufen bereits Klagen gegen Tauschbörsen und Privatpersonen, die Musikdateien illegal zum Herunterladen anbieten.

Apple als Vorbild
Auch in Deutschland drohen nun Schadenersatz-Klagen gegen Privatleute, wie der Sony-Manager dem «Handelsblatt» bestätigte. Die Branche könne den Druck auf die Musikpiraterie nun auch «guten Gewissens» erhöhen, da künftig eine legale Alternative der Musikindustrie existiere. «Sie können die Leute nicht einfach kriminalisieren, ohne ihnen zu zeigen, wie es auch anders geht», sagte Schramm.

Die Online-Plattform «Phonoline», die im Herbst in Zusammenarbeit mit der Telekom-Tochter T-Com starten soll, sei allerdings kein Feigenblatt, um guten Gewissens die Jagd auf Musikpiraten zu eröffnen. «Wir wollen echtes Geschäft mit der Plattform machen», betonte Schramm. «Apple hat gezeigt, wie es geht.» Das US-Unternehmen startete Ende April erfolgreich seinen «Itunes Music Store». Microsoft startete am Donnerstag in Großbritannien den «MSN Music Club».

Schramm erwartet einen Verkauf von mehrerer Millionen Liedern pro Jahr. «Der Anteil des Online-Umsatzes dürfte in der Branche auf 15 bis 20 Prozent in wenigen Jahren ansteigen», sagte der Geschäftsführer von Sony Music Deutschland. (nz)