Banken suchen Käufer für Kirch-Filmbibliothek
13.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Gläubigerbanken der KirchMedia wollen auch die Filmbibliothek verkaufen - erste Interessenten haben sich schon gemeldet. Der Preis wird aber deutlich niedriger ausfallen als bisher angenommen.
Die Gläubigerbanken der KirchMedia bereiten nach einem Bericht der britischen «Financial Times» (FT) den Verkauf der Filmbibliothek des insolventen Medienunternehmens vor. Ein Verkaufs-Memorandum werde derzeit erstellt, berichtete die Zeitung am Dienstag. Erste Interessenten hätten sich auch schon gemeldet.
Der Preis werde aber aufgrund eines neuen Vertrages mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1
deutlich niedriger ausfallen als erhofft. Das Unternehmen sicherte sich für zehn Jahre die Rechte an den 2000 größten Kassenschlagern der insgesamt 15.000 Titel umfassenden Bibliothek. Der Preis soll daher nur bei rund der Hälfte der bisher angenommenen 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro liegen, berichtete die «FT» unter Berufung auf informierte Kreise.
In der vergangenen Woche hatte der amerikanische Investor Haim Saban zusammen mit Finanzinvestoren die Sendergruppe ProSiebenSat.1 für rund eine Milliarde Euro übernommen. Bei einem ersten Übernahmeversuch, der letztendlich aber scheiterte, hatte Saban noch die Sendergruppe und das Filmarchiv zusammen kaufen wollen.
Fast alles versilbertMit dem Verkauf von ProSiebenSat.1 ist die Abwicklung des zusammengebrochenen Medien-Imperiums von leo Kirch fast abgeschlossen. Den früher hochprofitablen Sportrechtehandel sicherte sich die Infront GmbH um den Ex-Fußballer Günter Netzer für rund 300 Millionen Euro. Die Beteiligung an der Formel 1 landete als Pfand bei den Banken, ebenso wie der frühere Anteil am spanischen Fernsehsender Tele Cinco.
Den Bezahlsender Premiere übernahmen die Investorengesellschaft Permira und als Minderheitsgesellschafter Premiere-Chef Georg Kofler sowie mehrere Banken. Statt eines Kaufpreises gewährten sie eine Bestandsgarantie. Der Sportsender DSF ging für rund 30 Millionen an ein Konsortium unter der Führung von KarstadtQuelle
und EM.TV
. (nz)