AOL Time Warner künftig ohne «AOL»
12.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
AOL-Time-Warner-Chef Dick Parsons hat den möglichen Schritt dem Bericht zufolge schon am Montag mit dem AOL-Chef Jonathan Miller besprochen. Miller soll sich dabei für die Streichung ausgesprochen haben. Er wolle «seinen Markennamen wiederhaben», um Verwechslungen des Internetanbieters mit dem Medienkonzern zu vermeiden, so die Zeitung.
Mit der Streichung würde damit zudem erstmals öffentlich eingestanden, was innerhalb des Konzerns schon lange diskutiert wird: Die Fusion mit einem Wert von mehr als 160 Milliarden Dollar war ein großer Fehlschlag. Drei von vier Top-Managern, die federführend an der Fusion mitgewirkt haben sind mittlerweile zurückgetreten: Steve Case, Gerald Levin und Robert Pittman. Innerhalb der Führung des Konzerns findet sich kein früherer AOL-Manager mehr. Die erwarteten Synergieeffekte konnten nicht realisiert werden.
Der gesamte Konzern hat im zweiten Quartal seinen Gewinn nahezu verdoppelt. Belastet wurde die Bilanz jedoch durch ein schwaches Abschneiden von AOL. Bei America Online gingen die Werbeumsätze um 45 Prozent zurück. Das operative Ergebnis brach um 23 Prozent ein. Seit Ende 2002 soll die Sparte mehr als eine Millionen Kunden verloren haben. (nz)

