netzeitung.deSaban legt ProSieben-Aktionären Angebot vor

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Haim Saban (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Haim Saban
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Kauf der Mehrheit an ProSiebenSat.1 macht der US-Unternehmer Saban den anderen Aktionären ein Angebot zum Kauf ihrer Aktien. Dazu ist er nach deutschem Recht verpflichtet.

Der Verkauf der Fernsehsender-Gruppe ProSiebenSat.1
an den US-Investor Haim Saban ist vollzogen. Jetzt will die Zwischenholding P7S1 des Milliardärs den Stamm- und Vorzugsaktionären der TV-Gruppe ein Pflichtangebot zum Erwerb aller Aktien unterbreiten, wie das Unternehmen in einer Börsenpflichtmitteilung am Montagabend erklärte.

Das Angebot an die Vorzugsaktionäre sieht demnach als Gegenleistung eine Geldleistung vor, die dem gewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurs der Vorzugsaktien während der letzten drei Monate vor der Veröffentlichung dieser Mitteilung entspricht. Damit bietet Saban lediglich den Mindestpreis.

Saban muss Angebot vorlegen
Ein solches Angebot ist nach deutschem Aktienrecht Vorschrift. Dieses sieht vor, dass bei einer Übernahme von mehr als 30 Prozent der Stimmrechte eines Unternehmens im Normalfall ein Übernahmeangebot an die verbleibenden Anteilseigner folgen muss. Die P7S1 Holding hat durch den Vollzug des Kaufes 35,99 Prozent des Grundkapitals und 71,98 Prozent der Stimmrechte der ProSiebenSat.1 Media AG erworben. Damit habe die Holding, die über verschiedene Zwischengesellschaften eine hundertprozentige mittelbare Tochter der Saban Capital Group ist, unmittelbar Kontrolle über ProSiebenSat.1 erlangt, hieß es.

Beim ersten Übernahmeversuch im Mai hatte Saban ProSiebenSat.1 zum Sanierungsfall erklärt und bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beantragt, kein Pflichtangebot abgeben zu müssen. Später war der Kauf allerdings gescheitert.

Kaufpreis offenbar 525 Millionen Euro
Am Samstag war der Vertrag zwischen KirchMedia, die mit dem Verkauf ihre Anteile an der TV-Kette abgibt, und der Saban Capital Group unterzeichnet worden. Medienberichten zufolge liegt der Kaufpreis bei insgesamt 525 Millionen Euro. Die Summe teilen sich Saban und mehrere Privat-Equity-Gesellschaften. (nz)