netzeitung.deSaban könnte von US-Investor verklagt werden

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Ein ProSiebenSat.1-Großaktionär prüft mögliche rechtliche Schritte gegen das Übernahmeangebot von Haim Saban. Das zu erwartende Angebot an die Vorzugsaktionäre ist ihm einem Pressebericht zufolge zu niedrig.

Dem designierten neuen Eigentümer der Sendergruppe ProSiebenSat.1
, Haim Saban, droht Ärger von Seiten der Vorzugsaktionäre. Wie die britische «Financial Times» (FT) am Donnerstag berichtete, prüft der US-Investor Tweedy Browne mögliche rechtliche Schritte gegen das Übernahmeangebot.

Hintergrund der möglichen Klage ist die wahrscheinlich sehr große Differenz zwischen dem Kauf-Angebot an die Stammaktionäre und dem an die Vorzugsaktionäre. Tweedy Browne hält dem Bericht zufolge rund 8,5 Prozent in stimmrechtslosen ProSiebenSat.1-Vorzugsaktien.

Statt 7,5 nur 5,6 Euro je Aktie
Saban bietet den Gläubigerbanken 7,50 Euro je Aktie. Diese halten überwiegend Stammaktien. Dem Vernehmen nach wird Saban den restlichen freien Aktionären, die größtenteils Vorzugsaktien halten, nur ein Angebot in Höhe des gewichteten Durchschnittskurses der vergangenen drei Monate bieten. Das entspräche einem Kaufpreis je Aktie von derzeit rund 5,60 Euro.

«Wir prüfen alle möglichen rechtlichen Schritte», sagte ein Sprecher von Tweedy Browne laut «FT». Das Unternehmen argumentiert, dass KirchMedia eigentlich geplant hatte, alle Vorzugsaktien in Stammaktien umzuwandeln. KirchMedia habe Saban auch dazu zu bewegen versucht, die Strategie zu übernehmen. Dem Bericht zufolge will Saban die Pläne aber nicht umsetzen, sondern nur ein Angebot in Höhe des gewichteten Durchschnittskurses abgeben.

Übernahme im zweiten Anlauf
Der US-Medienunternehmer Haim Saban hatte Dienstag den Zuschlag zum Kauf der ProSiebenSat.1 bekommen. Die Gläubigerbanken stimmten dem vorgelegten Übernahmeangebot einstimmig zu. Ein erster Übernahmeversuch durch den US-Investor war Anfang Juni gescheitert. Anders als bei der vor zwei Monaten geplatzten Übernahme gilt das Angebot Sabans nicht mehr für KirchMedia als Ganzes, sondern nur für die Mehrheit am TV-Konzern. (nz)