07.08.2003
Herausgeber: netzeitung.de
ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Obwohl der Umsatz von ProSiebenSat.1 erneut zurückgegangen ist, erwartet Konzernchef Rohner Besserung. Das Betriebsergebnis des Fersehkonzerns hat sich im zweiten Quartal fast verdoppelt; auch Sat.1 schreibt wieder schwarze Zahlen.
Die ProSiebenSat.1 Media AG
hat im ersten Halbjahr ein Betriebsergebnis von 2,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr des Vorjahres lag das Ergebnis bei 25,3 Millionen Euro. Allein im zweiten Quartal erreichte es eine Höhe von 33,2 Millionen Euro und war damit fast doppelt so viel wie im Vorjahresquartal, wie das im M-Dax geführte Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Vor einem Jahr war ein Vorsteuerergebnis von 16,8 Millionen Euro verbucht worden. Konzernchef Urs Rohner sagte, die Geschäfte hätten sich zwischen April und Juni deutlich besser entwickelt als erwartet.
Grund für die Ergebnissteigerung seien «umfassende Kostensenkungs- und Optimierungsmaßnahmen», teilte das Unternehmen weiter mit. Der Konzernumsatz blieb hingegen wegen der andauernden Werbekrise rückläufig: Mit 466,9 Millionen Euro seien die Verkäufe im Jahresvergleich um sechs Prozent geschrumpft. Der TV-Werbemarkt habe sich zwar zwischen April und Juni «leicht erholt, blieb insgesamt aber weiterhin unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums», hieß es.
Rohner sieht Wendepunkt erreichtIm Juli verzeichnete die TV-Gruppe eigenen Angaben zugfolge erstmals seit zwei Jahren gegenüber dem Vorjahresmonat wieder steigende Fernsehwerbeerlöse verzeichnen. Rohner hofft daher, dass die Wende zum Besseren unmitelbar bevorsteht: Die Werbe-Branche befinde sich am «Punkt, an dem der Markt sich dreht».
Er bekräftigte frühere Aussagen, denen zufolge der Konzern im Gesamtjahr einen Überschuss in dreistelliger Millionenhöhe erwartet. Beim Umsatz rechnet der Vorstandschef allerdings weiterhin mit einem Rückgang um fünf bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Sat.1 macht wieder GewinnAlle Sender des Unternehmens erwirtschafteten in den zurückliegenden drei Monaten einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis, wie es weiter hieß. Auch das Sorgenkind des Konzerns schreibt wieder schwarze Zahlen: Erstmals seit dem Jahr 2000 wies der Sender Sat.1 im zweiten Quartal wieder einen Gewinn aus.
Der Nachrichtensender N24 habe das Vorsteuerergebnis um 29 Prozent ausgeweitet. Rohner räumte aber ein, dass «wir mit der Leistung von ProSieben noch nicht zufrieden sein können». (nz)