netzeitung.deSaban erhält Zuschlag für ProSiebenSat.1

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Haim Saban übernimmt ProSiebenSat.1 (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Haim Saban übernimmt ProSiebenSat.1
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der US-Investor Haim Saban kann die Sendergruppe ProSiebenSat.1 übernehmen. Die Gläubigerbanken haben dem Übernahmeangebot zugestimmt. An der Börse wurde die Nachricht mit Skepsis aufgenommen.

Der US-Unternehmer Haim Saban hat den Zuschlag für die Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media AG
bekommen. Der Gläubigerausschuss habe der Offerte einstimmig zugestimmt, sagte ein Sprecher von KirchMedia am Dienstag der Netzeitung. Der Vertrag werde «in den kommenden Tagen» unterzeichnet und umgesetzt. «Wir sind sehr erfreut, dass unser Angebot den Gläubigerausschuss überzeugt hat. Wir freuen uns darauf, die Transaktion abzuschließen», erklärte Saban selber.

Details zum Kaufpreis wurden nicht bekannt. In Branchenkreise hieß es zuletzt, Saban werde insgesamt rund eine Milliarde Euro für den Kauf der Anteile vom insolventen Medienunternehmen und die bei ProSiebenSat.1 anstehende Kapitalerhöhung ausgeben. Pro Aktie bietet Saban nach Informationen der Netzeitung 7,50 Euro.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete zudem, dass der Gläubigerausschuss ein in letzter Minute eingereichtes Angebot der Beteiligungsgesellschaft Apax abgelehnt habe. Im Gegensatz zu seinem ersten Übernahmeversuch hatte Saban diesmal nur für die Senderfamilie ProSiebenSat.1 geboten. Das Kirch-Filmarchiv wurde nach dem Scheitern des ersten Übernahmeversuchs abgetrennt und wird in einem eigenen Verfahren verkauft. Ein Abschluss ist aber noch nicht in Sicht.

Rohner gibt sich optimistisch
Das betroffene Unternehmen gibt sich zuversichtlich: Der Vollzug der entsprechenden Verträge solle so schnell wie möglich erfolgen, sagte ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner. «Wir sind sicher, dass dies diesmal wie geplant erfolgen wird.» Mit der Übernahme durch Saban gehe eine lange Phase der Unsicherheit über die Mehrheitsverhältnisse zu Ende, sagte Rohner weiter. Die Saban Capital Group sei «von Anfang an ein Wunschpartner» gewesen.
Erfolg im zweiten Anlauf
Die Übernahme der Senderkette als dem Herzstück des zusammengebrochenen Firmenimperiums von Leo Kirch ist Saban damit im zweiten Anlauf geglückt. Im Juni war eine bereits vereinbarter Kaufvertrag geplatzt, weil die Gläubiger Zweifel an der Sicherheit der Finanzierung durch Saban hegten. Diese scheint Saban zerstreut zu haben: Bedingung der Gläubiger war laut Bankenkreisen, dass das Geld auf einem deutschen Konto bereit gelegt wird. Diese Forderung wurde den Kreisen zufolge von Saban auch erfüllt.

An der Börse wurde die Nachricht mit Skepsis aufgenommen: Die Aktie von ProSiebenSat.1 verlor zeitweise zweistellig und notierte deutlich unter sechs Euro. So lange noch kein Vertrag geschlossen worden sei, sei das Saban-Angebot noch nicht «in trockenen Tüchern», hieß es am Markt. (nz)