netzeitung.deSaban kurz vor Übernahme von ProSiebenSat.1

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Haim Saban (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Haim Saban
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der US-Investor Haim Saban hat ein konkretes Angebot zur Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat.1 vorgelegt. Nach Informationen der Netzeitung ist ein Abschluss noch in dieser Woche wahrscheinlich.

Die Sendergruppe ProSiebenSat.1
wird nach Informationen der Netzeitung wohl noch in dieser Woche den Besitzer wechseln. «Haim Saban hat am Wochenende ein Angebot zur Übernahme von ProSiebenSat.1 vorgelegt», hieß es am Montag in Bankenkreisen. Gleich lautende Presseberichte wurden damit bestätigt. Demnach bietet der US-Investor 7,50 Euro je Aktie. In einem ersten Schritt soll der 36-Prozent Anteil, den KirchMedia an ProSiebenSat.1 hält, für rund 525 Millionen Euro übernommen werden.

Folgen sollen dann die 14,5 Prozent, die von der KirchMedia-Tochter Taurus gehalten werden. «Insgesamt fließen der KirchMedia dadurch rund 700 Millionen Euro zu», hieß es in den Kreisen. Saban bietet zusammen mit fünf weiteren Investmentpartnern. Der US-Investor habe auch Interesse an den ProSiebenSat.1-Anteilen des Springer-Verlags

gezeigt. Insgesamt würde Saban demnach mehr als 70 Prozent an der Sendergruppe erhalten. «Ein Pflichtangebot an die verbleibenden freien Aktionäre wird wohl folgen», hieß es in den Kreisen weiter.
Saban mit Springer einig
Einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» zufolge hat sich Saban bereits mit dem Axel-Springer-Verlag geeinigt. Beide wollen ProSiebenSat.1 vorerst gemeinsam betreiben, wie die Zeitung vorab am Montagabend berichtete. Auch künftig soll der Verrlag mindestens zehn Prozent der Anteile halten.

Außerdem soll Springer den Angaben zufolge einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat bekommen. Dieser soll mit dem Herausgeber der «Welt», Dieter Stolte, besetzt werden. Bislang saß nur Springer-Chefr Matthias Döpfner im Aufsichtsrat der Sendergruppe.

Banken stellen Bedingungen
Die Banken sind aber nach den Erfahrungen mit Saban vorsichtig geworden: Sie wollen Saban verpflichten, die notwendige Kapitalerhöhung bei der Sendergruppe selbst zu übernehmen. Das Unternehmen benötigt rund 300 Millionen Euro an frischem Kapital. «Das muss jetzt schnell gehen», hieß es in den Kreisen. «Entweder es wird zügig verhandelt, oder wir lassen es bleiben». Am Dienstag tagt der Gläubigerausschuss und berät über das Angebot von Saban. Eine Vertragsabschluss noch in dieser Woche ist wahrscheinlich.

Die Gläubigerbanken stellen jedoch weitere Bedingungen: «Das Geld muss in Deutschland verfügbar sein», hieß es. Die Zahlung müsse unmittelbar nach Vertragsabschluss - innerhalb von zwei Werktagen - erfolgen.

Den Banken kommt der Kauf von Saban entgegen. Den bisherigen Plänen zufolge wollten die Institute - nachdem die erste Verhandlungsrunde mit Saban erfolglos abgebrochen wurde - die Fernsehgruppe mit einer Kapitalerhöhung stabilisieren. Ein erneuter Versuch das Unternehmen zu verkaufen, sollte erst wieder in zwei bis drei Jahren angegangen werden.

Gäubigerausschuss tagt am Dienstag
Im Juni war ein Übernahme-Versuch von Saban gescheitert. Der Insolvenzverwalter der KirchMedia und Saban verständigten sich damals darauf, die Verträge über den Kauf der Senderfamilie ProSiebenSat.1 und des Filmrechtehandels wieder aufzuheben.

Saban hatte im monatelangen Poker sein Angebot zuvor immer wieder in die Höhe geschraubt und damit schließlich den Hamburger Heinrich Bauer Verlag ausgestochen. Bauer teilte unterdessen mit, nicht erneut für die Senderkette bieten zu wollen.


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