02. Aug 2003 09:15
Der Internationale Währungsfonds sieht die Wirtschaftsreformen in der Türkei auf einem guten Weg. Jetzt gab der IWF einen 476-Millionen-Dollar-Kredit frei.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington hat der Türkei einen weiteren Teilkredit in Höhe von 476 Millionen Dollar freigegeben. Wie der IWF-Chef der Europa-Sektion, Michael Deppler, am Freitag sagte, erkennt der Währungsfonds an, dass die türkische Regierung ihre Wirtschaftsreformen «wieder ins Rollen» gebracht habe.Der IWF sieht demnach eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den vergangenen Monaten: Die Wirtschaft wachse, die Inflationsrate sinke, und auch die Bedingungen für die Finanzmärkte hätten sich verbessert, erläuterte Deppler. Die Kredittranche ist Teil eines 18-Milliarden-Paketes der IWF an die Türkei.
Der Teilkredit wäre bereits im Juni fällig gewesen, doch die IWF setzte ihn wegen mangelnder Reformschritte aus. Bei einer Überprüfung der türkischen Wirtschaftspolitik gelangte der IWF jetzt zu der Überzeugung, dass die Türkei den Reformkurs wieder eingeschlagen habe. Ankara strebt in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent an. Die Inflationsrate soll bis Jahresende unter 20 Prozent sinken.Die Türkei erhält seit längerem Hilfsgelder des IWF. Das Land war Anfang 2001 in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Das 18-Milliarden-Dollar-Darlehen war im Februar in Aussicht gestellt worden, davon wurden bereits mehrere Tranchen in Anspruch genommen. Allerdings hatte der IWF die türkische Regierung zu einer ganzen Reihe von Reformen ermahnt, vor allem zur Neuordnung des Bankenwesens und der Privatisierung von Staatsbetrieben. (nz)