netzeitung.de«Frankfurter Rundschau» streicht mehr Stellen

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Die «Frankfurter Rundschau» kommt nicht zur Ruhe. Weil das Anzeigengeschäft noch einmal deutlich schwächer ausfiel als erwartet, will das Blatt 130 weitere Stellen streichen.

Die Geschäftsführung der «Frankfurter Rundschau» plant einen weiteren Stellenabbau. Das sagte Günter Kamissek, der Geschäftsführer des Frankfurter Druck- und Verlagshauses, bei dem die Zeitung verlegt wird, auf einer Belegschafts-Versammlung, wie die Zeitung selbst am Donnerstag berichtete. Bis spätestens Ende kommenden Jahres würden 130 zusätzliche Stellen wegfallen. Der Jobabbau werden «besser noch früher» umgesetzt, sagte Kamissek weiter.
Keine redaktionellen Einschränkungen
Die Stellenstreichungen beträfen sowohl das Druckhaus in Neu-Isenburg als auch das Frankfurter Verlagshaus. Beim redaktionellen Angebot werde es aber keine Einschränkungen geben, sagte Kamissek. Er kündigte zudem eine Blattreform für den frühen Herbst an.

Grund für die zusätzlichen Stellenstreichungen sei das konjunkturbedingt schwache Anzeigengeschäft, das hinter den Erwartungen zurück geblieben sei. Zudem müsse das Blatt wieder schwarze Zahlen schreiben, um Schulden abzubauen und Rücklagen zu bilden.

Rückkehr zum Flächentarifvertrag
Weitere Einschränkungen seien den Mitarbeitern aber nicht zuzumuten. Diese verzichteten dem Bericht zufolge bereits auf Teile ihres Gehalts sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Von 2005 an wolle das Blatt wieder zum Flächentarifabkommen zurückkehren und volle Tariflöhne zahlen.

Kamissek räumte zudem ein, die «Frankfurter Rundschau» werde länger mit der Anzeigenflaute zu kämpfen haben als Regionalzeitungen: Wenn die Konjunktur wieder anziehe, werde erst mit Verspätung das Anzeigengeschäft in den Bereichen Immobilien und Stellenangebote wieder anlaufen. Er rechne darum frühestens Anfang 2005 mit einer spürbaren Erholung. Selbst diese Prognose stehe jedoch unter Vorbehalt: Noch sei nicht absehbar, in welchem Umfang das Internet langfristig den Tageszeitungen das Anzeigengeschäft streitig mache.

Betriebsrat verhandlungsbereit
Die Arbeitnehmervertretung gab sich verhandlungsbereit. Es gebe keinen Automatismus, zum Flächentarifvertrag und zur Vollzeitarbeit zurückzukehren, wenn sich durch eine Verlängerung der seit Jahresanfang geltenden Sonderregelungen Stellenstreichungen vermeiden ließen, sagte der Chef der Arbeitnehmervertretung, Viktor Kalla. (nz)