19.06.2003
Herausgeber: netzeitung.de
DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Studie des «Manager Magazins» hat die Vorstandsgehälter der Dax-Unternehmen untersucht. Jürgen Schrempp kann demnach über sein Gehalt nicht klagen.
Jürgen Schrempp, Vorstandschef des Automobilkonzerns DaimlerChrysler
, war im vergangenen Jahr der bestbezahlte Manager eines Unternehmens aus dem Deutschen Aktienindex Dax. Das berichtete das Hamburger «Manager Magazin» am Donnerstag vorab.
Das Wirtschaftsmagazin hat in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Ernst & Young und Reinhard Schmidt, Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre der Universität Halle, die Vorstandsgehälter von rund siebzig europäischen Konzernen ermittelt. Für jene Manager, die ihre Bezüge nicht offen legten, wurden die Gehälter geschätzt. Zudem verglichen die Wirtschaftsprüfer die Vorstandsgehälter mit der Entwicklung der Aktienkurse.
Mehr bekommen als verdientSchrempp erhielt den Berechnungen der Wirtschaftsprüfer zufolge im vergangenen Jahr Bezüge von rund 10,8 Millionen Euro. Neben einem Grundgehalt von rund 6,4 Millionen Euro wurden ihm Aktien-Optionen im Wert von etwa 4,4 Millionen Euro eingeräumt. Im Vergleich zur Entwicklung der DaimlerChrysler-Aktie habe er damit zuviel bekommen.
Auf dem zweiten Platz der Dax-Gehälter rangiert der Studie zufolge Henning Kagermann, der Ko-Vorstandschef des Softwarekonzerns SAP. Er bekam ein Fixum von 1,3 Millionen Euro. Wandel-Schuldverschreibungen im Wert von etwa 4,4 Millionen besserten sein Gehalt erheblich auf.
Dritter auf der Liste der Spitzenverdiener des vergangenen Jahres ist der Chef der Deutschen Bank
, Josef Ackermann. Seine Gesamtbezüge beliefen sich auf rund sieben Millionen Euro. Auch Ackermann sei im Vergleich zur Kursentwicklung der Deutschen Bank zu hoch bezahlt, hieß es.
Adidas-Chef Herbert Hainer, Henkelvorstand Ulrich Lehner und Werner Seifert, Chef der Deutschen Börse AG, hätten verglichen mit ihrem Börsenerfolg hingegen eher moderate Einkünfte gehabt.
Aktionäre sind verärgertDeutsche Aktionäre ärgern sich zunehmend über die Einkünfte der Führungskräfte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Forschungsinstitut Emnid im Auftrag des «Manager Magazins» durchgeführt hat. Drei Viertel aller Befragten waren demnach der Meinung, die Chefs deutscher Konzerne verdienten zu viel. 78 Prozent sprachen sich für eine Verpflichtung der Unternehmen aus, die Manager-Gehälter individuell und detailliert offen zu legen. Rund die Hälfte der befragten Anleger war den Angaben zufolge der Auffassung, die Obergrenzen der Vorstandsgehälter sollten gesetzlich geregelt werden. (nz)