netzeitung.deBertelsmann: Nur Direct Group macht Verlust

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Bertelsmann-Finanzchef Siegfried Luther (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bertelsmann-Finanzchef Siegfried Luther
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Medienkonzern Bertelsmann hat im vergangenen Jahr operativ gut verdient. Unter dem Strich blieb aber deutlich weniger übrig als noch im Jahr zuvor.

Der größte europäische Medienkonzern Bertelsmann hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang beim Umsatz und beim Nettogewinn gezeichnet. Der Umsatz ging um 3,5 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin mitteilte.

Der Nettogewinn sank um rund 34 Prozent auf 968 Millionen Euro nach 1,37 Milliarden Euro im Jahr 2001. Hier belasteten insbesondere Abschreibungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro auf das im vergangenen Jahr erworbene Musikunternehmen Zomba Records. «Der weltweite Rückgang der Musikmärkte habe die Abschreibung notwendig gemacht», hieß es zur Begründung. Zomba-Eigner Clive Calder hatte Mitte 2002 eine Verkaufsoption für seine restlichen 80 Prozent an Zomba gegen Bertelsmann ausgeübt. Der Kaufpreis betrug 2,7 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis konnte Bertelsmann deutlich steigern: Es lag bei 936 Millionen Euro - gegenüber 573 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Finanzverbindlichkeiten lagen den Angaben zufolge bei 2,7 Milliarden Euro. Diese sollen in diesem Jahr insbesondere durch den Verkauf der Fachverlagssparte BertelsmannSpringer verringert werden.

Spartenergebnisse gestiegen
Die einzelnen Sparten des Konzerns verbuchten zum größten Teil eine deutliche Gewinnsteigerung. Die Fernseh-Gruppe RTL, an der Bertelsmann mehr als 90 Prozent hält, verbuchte den Angaben zufolge ein operatives Ergebnis von 465 Millionen Euro nach 385 Millionen Euro im Vorjahr. Beim Zeitschriftenverlagshaus Gruner+Jahr stieg das Ergebnis von 198 Millionen auf 226 Millionen Euro.

Die Musiksparte BMG schaffte den Sprung in die Gewinnzone und wies ein positives operatives Ergebnis von 125 Millionen Euro aus. Einzig die Direct Group, das Buchclubgeschäft des Konzerns, weitete den Vorjahresverlust deutlich aus: Er betrug den Angaben zufolge 150 Millionen Euro nach 61 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Bertelsmann-Chef Gunter Thielen zeigte sich mit dem Jahres-Ergebnis trotz der Umsatzeinbußen zufrieden. Der Konzern habe seine Verlustquellen reduziert und die Ertragskraft «markant» gesteigert. «Wir haben im laufenden Geschäft deutlich mehr als im Vorjahr verdient und uns in einer schwierigen Wirtschaftslage behauptet.»

Keine konkrete Prognose
Für das laufende Jahr erwartet der Konzern einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Eine Steigerung der Erträge soll durch weitere Kosteneinsparungen erreicht werden. Man habe noch ein bisschen Potenzial, sagte Finanzvorstand Siegfried Luther. Eine detaillierte Prognose gab der Konzern nicht. (nz)