Bertelsmann: Nur Direct Group macht Verlust
25.03.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Der Nettogewinn sank um rund 34 Prozent auf 968 Millionen Euro nach 1,37 Milliarden Euro im Jahr 2001. Hier belasteten insbesondere Abschreibungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro auf das im vergangenen Jahr erworbene Musikunternehmen Zomba Records. «Der weltweite Rückgang der Musikmärkte habe die Abschreibung notwendig gemacht», hieß es zur Begründung. Zomba-Eigner Clive Calder hatte Mitte 2002 eine Verkaufsoption für seine restlichen 80 Prozent an Zomba gegen Bertelsmann ausgeübt. Der Kaufpreis betrug 2,7 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis konnte Bertelsmann deutlich steigern: Es lag bei 936 Millionen Euro - gegenüber 573 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Finanzverbindlichkeiten lagen den Angaben zufolge bei 2,7 Milliarden Euro. Diese sollen in diesem Jahr insbesondere durch den Verkauf der Fachverlagssparte BertelsmannSpringer verringert werden.
Die Musiksparte BMG schaffte den Sprung in die Gewinnzone und wies ein positives operatives Ergebnis von 125 Millionen Euro aus. Einzig die Direct Group, das Buchclubgeschäft des Konzerns, weitete den Vorjahresverlust deutlich aus: Er betrug den Angaben zufolge 150 Millionen Euro nach 61 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Bertelsmann-Chef Gunter Thielen zeigte sich mit dem Jahres-Ergebnis trotz der Umsatzeinbußen zufrieden. Der Konzern habe seine Verlustquellen reduziert und die Ertragskraft «markant» gesteigert. «Wir haben im laufenden Geschäft deutlich mehr als im Vorjahr verdient und uns in einer schwierigen Wirtschaftslage behauptet.»

