netzeitung.deUS-Autokonzerne wollen keinen Sprit sparen

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In den USA sehr beleibt: SUVs, hier von GM (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In den USA sehr beleibt: SUVs, hier von GM
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die großen US-Autohersteller kämpfen gegen Pläne der Regierung, einen niedrigeren Verbrauch für Kleinlaster vorzuschreiben. Denn davon wären auch die sehr populären Sport-Geländewagen betroffen.

In den USA regt sich Widerstand gegen die von der Regierung geplante Absenkung des erlaubten Benzinverbrauchs bei Kleinlastern. General Motors (GM), Ford und DaimlerChrysler hätten sich in einer Eingabe an die National Highway Traffic Safety Adminstration (NHTSA) dagegen ausgesprochen, berichtete das «Wall Street Journal» am Mittwoch in seiner Internetausgabe.

Die US-Regierung hatte im Herbst Pläne vorgestellt, nach denen Kleinlaster bis zum Jahr 2007 je Gallone (rund 3,8 Liter) verbrauchten Benzins 22,2 Meilen (35,5 Kilometer) statt bisher 20,7 Meilen weit kommen müssen. Die neue Vorschrift entspräche einem Verbrauch von 10,6 Litern auf 100 Kilometern.

GM und Ford hatten sich zunächst zuversichtlich gezeigt, die erhöhten Effizienzkriterien ohne große Schwierigkeiten erfüllen zu können. In der vergangene Woche eingereichten Stellungnahme bezeichnete GM die Forderungen der Regierung jetzt aber als «bedeutend zu hoch». Sollten sie erfüllt werden, müssten die Kleinlaster auf Kosten der Sicherheit leichter werden, hieß es. Die US-Konsumenten seien zudem nicht bereit, die durch die Entwicklungskosten um geschätzte 275 Dollar höheren Preise für die Wagen zu zahlen. Die Industrie sehe daher bis zum Jahr 2010 105.000 Arbeitsplätze in der Branche in Gefahr.

Flottenverbrauch gesetzlich begrenzt
Im Hintergrund steht die gesetzliche Regelung zum Flottenverbrauch in den USA, die so genannte Corporate Average Fuel Economy (CAFE). Seit 1986 legt sie den erlaubten Durchschnittsverbrauch der in den USA verkauften Wagen eines Herstellers fest. Dabei wird unterschieden zwischen Personenwagen und Kleinlastern.

Den «Großen Drei» US-Herstellern war es bislang gelungen, die CAFE-Forderungen zu erfüllen. Dabei half ihnen allerdings die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Nachfrage nach Pick-Ups und den Sport Utility Vehicles (SUV) genannten Sport-Geländewagen: Beides zählt nach dem Gesetz zu den Kleinlastern, wo die Vorschriften bislang weitaus laxer waren als bei Pkw. Zudem gelang es beispielsweise Chrysler, sein vergleichsweise kleines und sparsames Modell «PT Cruiser» als Kleinlaster klassifizieren zu lassen.

Vor allem das Sicherheitsargument der US-Hersteller könnte auf sie zurückfallen. Schwerere Autos gelten bei Unfällen als sicherer. Der Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte sich jüngst dennoch über die Sicherheit bei SUVs besorgt gezeigt. Sein Argument lautete, die Sport-Geländewagen würden sich angesichts ihres durch die Bauweise bedingten hohen Schwerpunktes bei Unfällen leicht überschlagen – mit oft tödlichem Ausgang für die Insassen.

Japanische Hersteller gelassen
Der ebenfalls stark auf dem US-Markt engagierte japanische Hersteller Toyota begrüßte die geplante Verschärfung der Regeln ausdrücklich. Sie werde dazu führen, dass die Industrie die «beste verfügbare Technologie» einsetze. «Wir denken, das ist ein erstrebenswertes Ergebnis», zitiert das WSJ aus der Stellungnahme. Dabei denken die Japaner offenbar an die von ihnen bevorzugte so genannte Hybrid-Technologie, also einen kombinierten Verbrennungs- und Elektromotor.

Eine andere Alternative zur Senkung des Verbrauchs wäre wohl der Einsatz von Diesel-Motoren. Sie sind im Vergleich zum Benziner deutlich effizienter. Dazu müssten sich allerdings zunächst die US-Tankstellen wandeln – Diesel wird dort bisher nur selten angeboten.


Für das Web ediert von Kai Makus alt