US-Autokonzerne wollen keinen Sprit sparen
19.02.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die US-Regierung hatte im Herbst Pläne vorgestellt, nach denen Kleinlaster bis zum Jahr 2007 je Gallone (rund 3,8 Liter) verbrauchten Benzins 22,2 Meilen (35,5 Kilometer) statt bisher 20,7 Meilen weit kommen müssen. Die neue Vorschrift entspräche einem Verbrauch von 10,6 Litern auf 100 Kilometern.
GM und Ford hatten sich zunächst zuversichtlich gezeigt, die erhöhten Effizienzkriterien ohne große Schwierigkeiten erfüllen zu können. In der vergangene Woche eingereichten Stellungnahme bezeichnete GM die Forderungen der Regierung jetzt aber als «bedeutend zu hoch». Sollten sie erfüllt werden, müssten die Kleinlaster auf Kosten der Sicherheit leichter werden, hieß es. Die US-Konsumenten seien zudem nicht bereit, die durch die Entwicklungskosten um geschätzte 275 Dollar höheren Preise für die Wagen zu zahlen. Die Industrie sehe daher bis zum Jahr 2010 105.000 Arbeitsplätze in der Branche in Gefahr.
Den «Großen Drei» US-Herstellern war es bislang gelungen, die CAFE-Forderungen zu erfüllen. Dabei half ihnen allerdings die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Nachfrage nach Pick-Ups und den Sport Utility Vehicles (SUV) genannten Sport-Geländewagen: Beides zählt nach dem Gesetz zu den Kleinlastern, wo die Vorschriften bislang weitaus laxer waren als bei Pkw. Zudem gelang es beispielsweise Chrysler, sein vergleichsweise kleines und sparsames Modell «PT Cruiser» als Kleinlaster klassifizieren zu lassen.
Vor allem das Sicherheitsargument der US-Hersteller könnte auf sie zurückfallen. Schwerere Autos gelten bei Unfällen als sicherer. Der Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte sich jüngst dennoch über die Sicherheit bei SUVs besorgt gezeigt. Sein Argument lautete, die Sport-Geländewagen würden sich angesichts ihres durch die Bauweise bedingten hohen Schwerpunktes bei Unfällen leicht überschlagen mit oft tödlichem Ausgang für die Insassen.
Eine andere Alternative zur Senkung des Verbrauchs wäre wohl der Einsatz von Diesel-Motoren. Sie sind im Vergleich zum Benziner deutlich effizienter. Dazu müssten sich allerdings zunächst die US-Tankstellen wandeln Diesel wird dort bisher nur selten angeboten.
Für das Web ediert von Kai Makus alt

