11. Feb 2003 20:51, ergänzt 21:05
Beim Kauf des Logistikberaters ZLU durch Pixelpark ist es offenbar zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Ex-Pixelpark-Chef Neef muss sich auf Schadensersatz-Forderungen einstellen.
nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, hat sich offenbar bestätigt. Pixelpark teilte am Dienstagabend nach Börsenschluss mit, der Prüfbericht komme zu dem Ergebnis, dass «erhebliche Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind».Laut dem am Dienstag von der damit beauftragten Rechtsanwaltskanzlei vorgelegten Prüfbericht habe Pixelpark Schadensersatzansprüche, hieß es weiter. Diese richteten sich gegen die Verkäufer bei ZLU, gegen die seinerzeitigen Mitglieder des Pixelpark-Vorstandes und Aufsichtsrates sowie gegen den externen Wirtschaftsprüfer von PwC.
Pixelpark-Gründer und Ex-Chef Paulus Neef wurde in der Mitteilung nicht namentlich genannt. Seine Ablösung im Dezember stand aber unter anderem im Zusammenhang mit den Vorwürfen rund um den ZLU-Kauf. Neef war Berichten zufolge lange mit der Tochter des ZLU-Gründers Helmut Baumgarten befreundet.
Die Schadensersatzansprüche summieren sich den Angaben zufolge auf mindestens 23 Millionen Euro. Aufsichtsrat und Vorstand würden diese Ansprüche weiter verfolgen.Pixelpark hatte für das Unternehmen 35 Millionen Euro und damit rund das sechsfache des Jahresumsatzes 2001 bezahlt. Die Pixelpark-Führung soll Berichten zufolge aber bereits zum Zeitpunkt des Kaufs darüber informiert gewesen sein, dass der Preis zu hoch sei. Schadensersatzansprüche könnten sich damit gegen Neef richten. Neef war im Dezember abgelöst worden, unter anderem wegen des Verdachts der Vetternwirtschaft beim ZLU-Kauf. (nz)