netzeitung.deAmazon soll für Bertelsmann CDs verkaufen

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Amazon-Chef Jeff Bezos (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Amazon-Chef Jeff Bezos
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bertelsmann plant beim CD-Versand in den USA eine Kooperation mit Amazon. Nach Informationen der Netzeitung will sich der Konzern aber nicht vollständig vom Online-Geschäft trennen.

Der Medienkonzern Bertelsmann arbeitet beim Online-Verkauf von CDs künftig mit dem weltgrößten Internethändler Amazon zusammen. Das sagte ein Sprecher der Direct Group am Montag der Netzeitung und bestätigte damit entsprechende Berichte im «Wall Street Journal» und der «Financial Times». Details zum Kooperationsabkommen wollte er aber nicht nennen, da sie noch offen seien. Dennoch sei mit einem Abschluss «in Kürze» zu rechnen.

Aus Unternehmenskreisen in Gütersloh hieß es, Amazon werde sich künftig um die Abwicklung des Online-Geschäfts beim US-Musikableger BeMusic kümmern. Das schließe die Betreuung der Website ebenso ein wie die Abwicklung von Versand und Lagerhaltung für den CD-Versender CDNow. Möglicherweise werde ein entsprechendes Abkommen noch Ende dieses Monats oder Anfang Dezember abgeschlossen, hieß es weiter.

Festhalten am US-Online-Geschäft
Die Kooperation mit Amazon bedeute aber keinesfalls, dass sich Bertelsmann jetzt auch vom Online-Geschäft in den USA trennen wolle, hieß es in den Kreisen weiter. Vielmehr werde «alles versucht, um das US-Online-Geschäft profitabel zu machen».

Die Zeitungen hatten spekuliert, nach dem Verkauf des Onlinebuchhändler BOL werde Bertelsmann jetzt auch den Abschied von den übrigen E-Commerce-Aktivitäten bekannt geben. Die Kreise betonten allerdings gegenüber den Netzeitung, CDNow bleibe auch bei einer Kooperation mit Amazon Teil von BeMusic, dem US-Musikversand der Direct Group von Bertelsmann. Die dort erwirtschafteten Umsätze würden zwischen den Partner aufgeteilt, hieß es weiter. Ein genauer Schlüssel dafür stehe aber noch nicht fest.

Amazon nutzt Infrastruktur besser
Für Amazon ist die Vereinbarung mit Bertelsmann ein weiterer Schritt in der Strategie, seine aufwändigen Computer- und Lagersysteme besser auszulasten. Unter anderem bestehen ähnliche Kooperationen mit der Spielzeug-Kette Toys «R» Us und dem Bekleidungshersteller Gap. Amazon übernimmt jeweils die Bestellabwicklung im Internet und die Auslieferung und bekommt dafür Gebühren oder einen Teil der Umsätze. (nz)