netzeitung.deBertelsmann schließt deutsches BOL-Geschäft

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Bertelsmann-Konzern wird BOL Deutschland definitiv schließen. Der verlustbringende Online-Buchhändler ist damit ein weiteres Internet-Engagement, von dem der Medienkonzern sich trennt.

Der deutsche Zweig des Internetbuchhändlers BOL wird bis zum 31.12.2002 sein Geschäft endgültig einstellen. Gleichzeitig mit Deutschland wird auch BOL Schweiz geschlossen. Die eidgenössische Abteilung wurde bisher aus Deutschland mitbeliefert. Dies bestätigte Gerd Koslowski, Sprecher der Bertelsmann Direct Group, der Netzeitung.

Der Online-Buchhandel des Bertelsmann-Konzerns hatte einstmals in 16 Ländern aus Europa und Asien agiert. Zur Zeit seien es noch sechs Standorte, sagte Koslowski weiter. Man werde sich aber von noch weiteren Niederlassungen trennen. So werde BOL Schweden demnächst verkauft. Die Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten. Ein Abschluss sei in den kommenden zwei Wochen zu erwarten.

Zwei bleiben übrig
Auch BOL Niederlande solle verkauft werden. Bertelsmann sei auch hier auf der Suche nach einem Käufer, konkreteres ließe sich allerdings noch nicht sagen. Hier sei noch alles offen.

Die beiden letzten Länderniederlassungen die bei dem Gütersloher Medienkonzern verbleiben werden, seien Italien und China. Zwar werde auch hier kein Gewinn erwirtschaftet, doch sei BOL hier stark ins Club-Geschäft verwoben. Ein Verkauf oder eine Schließung komme daher nicht in Frage, sagte Koslowski der Netzeitung weiter.

Seit der Ablösung von Thomas Middelhoff als Bertelsmann-Vorstandschef stehen die unter seiner Ägide forcierten Internet-Engagements zur Disposition. So sucht Bertelsmann derzeit einen Käufer für seine Online-Agentur Pixelpark. (nz)