netzeitung.deMLP-Krise: Büro von Vorstandschef Termühlen mit Wanzen abgehört

 Herausgeber: netzeitung.de

MLP hat einen Maulwurf in den eigenen Reihen. Das Büro des Großaktionärs und Vorstandsvorsitzenden Bernd Termühlen war nach Informationen der Netzeitung verwanzt.

Ob Bilanzvorwürfe, Übernahmegerüchte oder extrem hohe Kursausschläge der Aktien: Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP
macht immer wieder Schlagzeilen. Manche Informationen kamen offenbar von höchster Stelle: Die Netzeitung erfuhr aus mehreren unabhängigen Quellen, dass das Büro des Vorstandsvorsitzenden Bernd Termühlen verwanzt war. Termühlen selbst machte die Sache demnach am Mittwoch auf einem Treffen von 300 Geschäftsstellenleitern in Wiesloch bei Heidelberg publik.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigte auf Anfrage, die Darstellung eines solchen Sachverhaltes sei ihr bekannt. MLP habe die Staatsanwaltschaft aber nicht aufgefordert, dieser Angelegenheit nachzugehen. Offenbar sei jemand aus den höchsten Reihen am Werk, der der Firma und Termühlen selbst schaden wolle, hieß es in informierten Kreisen. MLP wollte zu der Meldung keinen Kommentar geben.

Ex-Vertrauter von Termühlen im Chat
Von anderer Seite hieß es, es gebe einen ehemaligen Vertrauten von Termühlen, der im Unfrieden geschieden sei und etwa in Börsenchats im Internet Vertraulichkeiten verbreite.

«Die Aktie sollte um jeden Preis weichgeprügelt werden», hieß es. Nun gehe jemand daran, nach und nach möglichst viele Anteile günstig einzukaufen.

In den vergangenen Tagen begann die MLP-Aktie, sich von ihrem spektakulären Kursverfall der vergangenen Wochen zu erholen. Die Aktie hat am Donnerstag fast 30 Prozent zugelegt und notierte am Freitagmittag wieder mit mehr als 20 Prozent im Plus. Die Aktie stieg damit in wenigen Tagen von acht auf 18 Euro.

MLP-Aktien wieder begehrt
Marktgerüchten zufolge will die Citigroup bei MLP einsteigen. Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, bestätigte ebenfalls, sie kaufe MLP-Aktien. Wie es hieß, könnten die beiden Institute sich einen Konkurrenzkampf bei MLP liefern. MLP vertreibe Produkte der DWS, so dass diese kein Interesse daran haben könne, dass ihr Konkurrent Citigroup Einfluss bei MLP bekomme.

Am 16. Mai war eine Vorabmeldung von «Börse Online» erschienen, nach der MLP seinen Gewinn durch legale, aber aggressiv genutzte Geschäfte mit Rückversicherern überhöht ausweise. MLP hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen, der Aktienkurs begab sich aber umgehend auf eine spektakuläre Talfahrt. Am 23. Juli durchsuchte die Staatsanwaltschaft Mannheim im Rahmen dieser Vorwürfe Büros von MLP. Die Prüfung dauere an, teilte die Staatsanwaltschaft der Netzeitung am Freitag auf Anfrage mit. Näheres könne dazu zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.


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