MLP-Krise: Büro von Vorstandschef Termühlen mit Wanzen abgehört
09.08.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigte auf Anfrage, die Darstellung eines solchen Sachverhaltes sei ihr bekannt. MLP habe die Staatsanwaltschaft aber nicht aufgefordert, dieser Angelegenheit nachzugehen. Offenbar sei jemand aus den höchsten Reihen am Werk, der der Firma und Termühlen selbst schaden wolle, hieß es in informierten Kreisen. MLP wollte zu der Meldung keinen Kommentar geben.
«Die Aktie sollte um jeden Preis weichgeprügelt werden», hieß es. Nun gehe jemand daran, nach und nach möglichst viele Anteile günstig einzukaufen.
In den vergangenen Tagen begann die MLP-Aktie, sich von ihrem spektakulären Kursverfall der vergangenen Wochen zu erholen. Die Aktie hat am Donnerstag fast 30 Prozent zugelegt und notierte am Freitagmittag wieder mit mehr als 20 Prozent im Plus. Die Aktie stieg damit in wenigen Tagen von acht auf 18 Euro.
Am 16. Mai war eine Vorabmeldung von «Börse Online» erschienen, nach der MLP seinen Gewinn durch legale, aber aggressiv genutzte Geschäfte mit Rückversicherern überhöht ausweise. MLP hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen, der Aktienkurs begab sich aber umgehend auf eine spektakuläre Talfahrt. Am 23. Juli durchsuchte die Staatsanwaltschaft Mannheim im Rahmen dieser Vorwürfe Büros von MLP. Die Prüfung dauere an, teilte die Staatsanwaltschaft der Netzeitung am Freitag auf Anfrage mit. Näheres könne dazu zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.
Für das Web ediert von Annemie Diefenthal

