Deutsche Post gibt Signatur-Geschäft auf
24.05.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Es sollte ein ganz großer Markt werden, doch wegen der enttäuschenden Entwicklung zieht sich die Post aus dem Geschäft mit digitalen Signaturen zurück. Die Tochter Signtrust wird aufgelöst.
Die Deutsche Post
zieht sich aus dem Geschäft mit digitalen Unterschriften zurück. Wie der Geschäftsführer der Deutsche Post ebusiness GmbH, Clemens Beckmann, der «Financial Times Deutschland» (FTD) sagte, soll die Tochter Signtrust aufgelöst werden. Den davon betroffenen 60 Mitarbeitern sollten andere Arbeitsplätze im Post-Konzern angeboten werden. Den rund 3000 Kunden von Signtrust werde die Dienstleistung noch bis zum Jahresende zur Verfügung stehen.
Gewinnschwelle in weiter Ferne«Unsere Pläne für die Geschäftsentwicklung waren unter den gegebenen Bedingungen nicht einzuhalten», begründete Beckmann die Entscheidung. Noch im Oktober 2001 war verkündet worden, die Gesellschaft solle in zwei bis drei Jahren einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro erzielen und 2004 die Gewinnschwelle überschreiten. Um profitabel zu arbeiten, hätte Signtrust laut Beckmann 300.000 Chipkarten verkaufen müssen. «Das haben wir aber bei weitem nicht erreicht.»
Der Geschäftsführer der Bundesnotarkammer, dem wichtigsten Kunde von Signtrust, äußerte sich in der Zeitung erbost über die Aufgabe: «Wir prüfen Schadensersatzforderungen.» Eine Sprecherin der Deutschen Post relativierte den Kobflikt aber gegenüber der Netzeitung: «Ich gehe davon aus, dass wir eine Lösung mit den Notaren finden werden.»(nz)