Polaroid erwägt Antrag auf Gläubigerschutz
10.10.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Die Existenz von Polaroid steht auf der Kippe. Der Druck der Gläubiger auf den Pionier der Sofortbildkamera nimmt zu.
Der amerikanische Film- und Kamerahersteller Polaroid wird möglicherweise Gläubigerschutz beantragen. Das könne noch am Mittwoch geschehen, berichtete das «Wall Street Journal Europe» aus Unternehmenskreisen. Unter dem Schutz der Gerichtsbarkeit werde Polaroid einen Restrukturierungsplan aufstellen, mit dem seine Gläubiger einverstanden sein müssen.
Verkauf von Polaroid wahrscheinlichKenner des US-Unternehmens glauben dem Blatt zufolge, dass Polaroid aus dem Verfahren nicht mehr als eigenständige Einheit hervorgehe. Wahrscheinlicher sei, dass der Kamerahersteller verkauft und möglicherweise sogar aufgespalten wird.
Der Gläubigerschutz ermöglicht es angeschlagenen Unternehmen unter anderem, vorübergehend von ihren Zahlungsverpflichtungen befreit zu werden.
Schuldendruck und nachlassende NachfrageEine Sprecherin von Polaroid wollte den Bericht nicht kommentieren. Polaroid hat mehr als 900 Millionen Dollar Schulden und steht schon seit längerem unter dem Druck seiner Gläubiger. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen angesichts des zunehmenden Schuldendrucks versucht, sein nachlassendes Sofortbild-Geschäft wieder anzukurbeln. Laut «Wallstreet Journal Europe» hat sich die Lage seit den Terroranschlägen am 11. September noch verschärft. (nz)