Zukunft der Kinowelt weiter ungewiss
05.10.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Die Banken geben sich äußerst zugeknöpft: «Ich kommentiere die Situation nicht», sagte Wilhelm Burmeister, Pressesprecher bei der BHF-Bank, gegenüber der Netzeitung. «Fragen sie das Unternehmen selber». Auch die Bayerische Landesbank will die Lage nicht kommentierten. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (FTD) sind bis Jahresende 500 Millionen Mark fällig. Eine Umschuldung ist für das Unternehmen deshalb überlebenswichtig.
Aber auch Kinowelt blockt ab: «Wir haben noch kein Ergebnis», sagte Jörg Lang, Leiter der Investor Relations bei Kinowelt. «Auf jeden Fall ist die Lage nicht hoffnungslos.» Details will Lang nicht preisgeben.
Für den Rest benötige Kinowelt ein Bankgarantie, die sie aber nicht bekomme. Der Verkäufer Warner Brothers habe nun ein Vetorecht gegen alle Deals, in denen seine Filme involviert sind. Ein 70 Millionen Dollar Geschäft mit dem ZDF sei aufgrund eines Warner-Vetos gescheitert.
Die Kinowelt Medien AG hatte Ende August die Zahlen für das erste Halbjahr 2001 vorgelegt und die Analysten geschockt: Das Unternehmen machte mehr Verlust als Umsatz. Kinowelt wies einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 161,9 Millionen Euro aus. Der Umsatz des ersten Halbjahres brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent auf 118,6 Millionen Euro ein. Die Analysten hatten lediglich mit 42 Millionen Euro Verlust gerechnet.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

