netzeitung.deZukunft der Kinowelt weiter ungewiss

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Seit einem Monat wird über die Sanierung der Kinowelt verhandelt - ohne Ergebnis. Doch die Uhr tickt: Bis Jahresende werden 500 Millionen Mark fällig.

Das Schicksal um die vom Konkurs bedrohte Kinowelt bleibt weiter ungewiss: Seit Anfang September wird über das Sanierungskonzept mit den kreditgebenden Banken verhandelt. Bisher ohne Ergebnis. Die BHF-Bank zählt zusammen mit der Bayerischen Landesbank und der Hypo-Vereinsbank zu den bisherigen Hauptgeldgebern der Kinowelt.

Die Banken geben sich äußerst zugeknöpft: «Ich kommentiere die Situation nicht», sagte Wilhelm Burmeister, Pressesprecher bei der BHF-Bank, gegenüber der Netzeitung. «Fragen sie das Unternehmen selber». Auch die Bayerische Landesbank will die Lage nicht kommentierten. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (FTD) sind bis Jahresende 500 Millionen Mark fällig. Eine Umschuldung ist für das Unternehmen deshalb überlebenswichtig.

Aber auch Kinowelt blockt ab: «Wir haben noch kein Ergebnis», sagte Jörg Lang, Leiter der Investor Relations bei Kinowelt. «Auf jeden Fall ist die Lage nicht hoffnungslos.» Details will Lang nicht preisgeben.

Warner Brothers blockiert
Aber viel Hoffnung bleibt offenbar nicht: Der Kinowelt fehle das Geld für Filmkäufe, berichtete die FTD in ihrer Freitagsausgabe. Ein Filmpaket aus Hollywood stände unter «Quarantäne». Das Unternehmen habe das Paket im Sommer 1999 für rund 300 Millionen Dollar gekauft, so die Zeitung. Die Hälfte sei bereits bezahlt.

Für den Rest benötige Kinowelt ein Bankgarantie, die sie aber nicht bekomme. Der Verkäufer Warner Brothers habe nun ein Vetorecht gegen alle Deals, in denen seine Filme involviert sind. Ein 70 Millionen Dollar Geschäft mit dem ZDF sei aufgrund eines Warner-Vetos gescheitert.

ARD-Deal geplatzt
Auch die «Süddeutsche Zeitung» hatte am 2. Oktober berichtet, dass ein Kauf eines großen Filmpaketes nicht zustande gekommen sei. Die ARD wollte ein Paket mit Asterix-Comics, Ben Hur und Kevin Costner zu Vorzugspreisen erwerben. Gesamtsumme: 75 Millionen Mark. Die Banken hätten aber nicht mitgespielt.
Kinowelt spielt keine Rolle mehr
Bei den Analysten spielt Kinowelt überhaupt keine Rolle mehr: «Wir haben die Investoren frühzeitig gewarnt», kommentierte ein Analyst der Deutschen Bank die Situation. «Die Aktien liegen jetzt unter der Wahrnehmungsgrenze.»

Die Kinowelt Medien AG hatte Ende August die Zahlen für das erste Halbjahr 2001 vorgelegt und die Analysten geschockt: Das Unternehmen machte mehr Verlust als Umsatz. Kinowelt wies einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 161,9 Millionen Euro aus. Der Umsatz des ersten Halbjahres brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent auf 118,6 Millionen Euro ein. Die Analysten hatten lediglich mit 42 Millionen Euro Verlust gerechnet.


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